ISO

PDF ist endgültig ein offener Standard

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Die International Organization for Standardization (ISO) hat die ihr von Adobe Systems übergebene PDF-Spezifikation (Portable Document Format) als offenen Standard veröffentlicht.

Die PDF-Spezifikation (in Version 1.7) ist nun normiert als ISO 32000-1 und die ISO kümmert sich um Updates und künftige Versionen. "Indem wir die volle PDF-Spezifikation zur ISO-Standardisierung eingereicht haben, unterstreichen wir unser Bekenntnis zur Offenheit", sagt Kevin Lynch, Chief Technology Officer von Adobe. "Regierungen und Unternehmen verlangen verstärkt offene Formate. Die weitere Pflege der PDF-Spezifikation durch eine externe und partizipatorische Organisation wird dazu beitragen, weitere Innovationen zu treiben und das umfrangreiche PDF-Ökosystem zu erweitern, das in den vergangenen 15 Jahren entstanden ist."

PDF hat sich über die Jahre zu einem der gängigsten Formate für den Austausch von (elektronischen) Dokumenten entwickelt. Das von Adobe auf Basis der Seitenbeschreibungssprache "Postscript" entwickelte Format ermöglicht

  • dokumentgetreue Darstellung unabhängig von Gerät und Plattform,

  • Inhalte aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen,

  • die gemeinsame Arbeit an Dokumenten über verschiedenen Plattformen hinweg,

  • digitale Signaturen für die Echtheit,

  • Sicherheits- und Rechtemechanismen zum Schutz von Inhalten,

  • barrierefreien Zugang zu Inhalten für Behinderte,

  • die Extraktion und Wiederverwendung von Inhalten für andere Formate, sowie

  • das Sammeln von Daten über PDF-Formulare und Integration mit Business-Systemen.

Laut ISO verwenden viele große Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen inzwischen PDF, um zuvor papierbasierende Workflows und Dokumentationen durch elektronischen Austausch zu ersetzen. Es gibt bereits mehr als 2000 Entwickler, die auf Basis von PDF Produkte entwickeln, und die Zahl der existierenden PDF-Dokumente geht in die Milliarden.

"Als ISO-Standard können wir sicherstellen, dass dieses nützliche und weit verbreitete Format für alle interessierten Parteien einfach zugänglich ist", kommentiert der ISO-Generalsekretär Alan Bryden. "Sowohl Entwickler als auch Anwender werden von dem Standard profitieren, indem dieser die Verbreitung einer gebräuchlichen Technik fördert, die Systemgrenzen überwindet und für langfristiges Überleben konzipiert ist."

Der neue Standard "ISO 32000-1, Document management - Portable Document Format - Part 1: PDF 1.7" basiert auf der von Adobe Systems entwickelten PDF-Version 1.7 und stellt die nötigen Informationen für konforme Software zur Erzeugung ("Writers"), Anzeige und Interaktion ("Readers") und Programme bereit, die PDF für sonstige Zwecke lesen und/oder schreiben. Künftige Versionen wird das zuständige ISO-Komitee als weitere Teile der Spezifikation veröffentlichen.

Die vollständige, 747-seitige Dokumentation des Standards kostet übrigens 370 Schweizer Franken und ist bei der ISO und deren nationalen Mitgliedsinstituten (in Deutschland ist dies das DIN) erhältlich.