Windows 10 vs. Chrome OS

PC-Markt profitiert 2015

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Im Jahr 2015 zeichnet sich ein harter Kampf zwischen Endgeräten mit Windows-10-Software und Notebooks mit Googles Chrome OS ab. Der PC-Markt dürfte davon erheblich profitieren.

Nach vielen Jahren des wirtschaftlichen Rückschritts deutet sich für das Jahr 2015 Entspannung auf dem PC-Markt an. Hierfür soll das Duell von Windows 10-Notebooks und Chromebooks sorgen. Zwar wird die Zahl der weltweit ausgelieferten PCs laut der Analysten der IDC auch 2015 sinken, jedoch bei weitem nicht so stark wie bisher angenommen. Während im Jahr 2014 der weltweite Absatz des PC-Marktes gegenüber dem Vorjahr Einbußen von 4,7 Prozent verkraften musste, gehen die Analysten für das Jahr 2015 von einem Rückgang von nur noch 3,3 Prozent aus. Im Jahr 2016 soll dieser dann gar bei nur noch 1,8 Prozent liegen.

Windows 10: Kommt das kostenlose Upgrade?

Jay Chou, Senior Research Analyst bei IDC, rechnet damit, dass viele Unternehmen, die noch auf ein Update von Windows 7 auf das von Vielen geschmähte Windows 8 OS verzichtet haben, den Sprung auf den Windows-10-Zug wagen. Schließlich habe sich Microsoft bei der Entwicklung von Windows 10 an der Kritik der Nutzer orientiert und so viele Fehler und Schwachstellen des Vorgängers vermeiden können, so Chou. Entscheidend für den Erfolg von Windows 10 - insbesondere was den US-Markt angeht - sei allerdings, ob Microsoft ein kostenloses Upgrade anbieten wird oder nicht. Nach Einschätzung der PC-Hersteller Lenovo und Dell warten viele Endkunden bereits sehnsüchtig auf das neue Windows-Betriebssystem. Die Gründe hierfür seien vor allem in der Rückkehr des Start-Menüs und der Re-Fokussierung auf den Desktop zu suchen, meint der Analyst.

Harte Konkurrenz: Googles Chromebooks

Microsofts härtester Konkurrent auf dem PC-Markt ist Google, dessen Notebooks mit dem hauseigenen Chrome OS ausgestattet und vornehmlich im Niedrigpreis-Segment platziert sind. Wie die IDC ermittelt hat, waren von 80,8 Millionen verkauften PC-Systemen im vierten Quartal 2014 circa 50 bis 55 Prozent Notebooks. Der Anteil der Chromebooks liegt hier zwischen vier und sechs Prozent - Tendenz steigend.

Google rückt Microsoft mit seinen Chromebooks im Niedrigpreis-Segment zu Leibe.
Google rückt Microsoft mit seinen Chromebooks im Niedrigpreis-Segment zu Leibe.
Foto: Google

Chrome OS vs. Windows 10

Momentan versucht Microsoft, sich die Konkurrenz aus dem Chrome-Lager mit ebenfalls im Niedrigpreis-Segment verorteten Windows 8-Geräten vom Leib zu halten. Diese besitzen meist eine eher rudimentäre technische Ausstattung und richten sich verstärkt an Benutzer, die kein High-End-System benötigen. Ob Microsoft diese Strategie auch nach dem Release von Windows 10 weiterführen wird, ist noch fraglich. Am 21. Januar will Microsoft weitere Details zu Windows 10 bekannt geben. In jedem Fall dürfte der PC-Markt weiterhin vom Duell der Betriebssysteme profitieren. Im vierten Quartal 2014 durfte sich die weltweite Top 5 der PC-Hersteller über teils kräftige Zuwächse freuen. Lenovo konnte seinen Absatz gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres um 4,9 Prozent auf 16,05 Millionen Einheiten steigern, während sich HP über eine Absatzsteigerung von satten 15,1 Prozent auf 15,88 Millionen ausgelieferte Systeme freuen durfte. Auch Dell, Acer und Apple verzeichneten Zuwächse.