Gartner

PC-Markt in Westeuropa stagniert im Q1

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner hat Zahlen zum PC-Markt in Westeuropa im ersten Quartal 2009 veröffentlicht.

Demnach wurden 15,3 Millionen Rechner (Desktops und Notebooks) verkauft, das sind gerade noch 0,7 Prozent mehr als in der vergleichbaren Vorjahreszeit. Am stärksten traf die Wirtschaftskrise Großbritannien; für Deutschland und Frankreich zählte Gartner zumindest ein Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich. Wo es Wachstum gab, dort allerdings wohl nur dank der billigen Mini-Notebooks ("Netbooks"). "Hätte es die Mini-Notebooks nicht gegeben, dann wären die Stückzahlen in ganz Westeuropa deutlicher gesunken", sagt Principal Analyst Ranjit Atwal.

Foto: Gartner

Das Geschäftskundensegment ging im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent zurück. Die Firmen schreckten laut Gartner vor PC-Neuanschaffungen zurück und verlängerten in der Folge die Lebenszyklen ihrer Rechner. "Das ist ein klare Indikation des Trends, den wir in anderen Regionen noch durch das Jahr 2010 hindurch sehen werden", so Gartner-Analyst Atwal weiter. Der Consumer-Markt habe indes weiter vom Netbook-Boom profitiert; verschiedene Hersteller hätten ihre Auslieferungen in diesem Bereich im Laufe des Untersuchungszeitraums hochgefahren.

Marktführer bei den Hersteller blieb HP, das seine Stückzahlen gegenüber dem ersten Quartal 2008 um ein Prozent steigern konnte und auf 22,8 Prozent Markanteil kam. Allerdings spüren die Kalifornier bereits den Atem des taiwanischen Notebook-Spezialisten Acer im Nacken, der 31 Prozent mehr Geräte verkaufte und seinen Market Share damit auf 22,1 Prozent schraubte (in Deutschland liegt Acer bereits an der Spitze vor Hewlett-Packard). Auf den Plätzen folgen Dell (10,6 Prozent, allerdings 22 Prozent weniger verkaufte Rechner), Toshiba (6,8 Prozent) sowie der Netbook-Pionier Asus (4,8 Prozent). Bemerkenswert: In Großbritannien schaffte es Apple mit 4,8 Prozent Marktanteil unter die Top Five.

Foto: Gartner

In Deutschland wurden im ersten Quartal drei Millionen PCs abgesetzt, das entspricht einem Plus von 4,5 Prozent gegenüber der Vorjahreszeit. "Der PC-Markt in Deutschland trozte dem EMEA-weiten Rückgang von 9,5 Prozent im ersten Quartal", sagt Meike Escherich, Principal Analyst bei Gartner. "Die Nachfrage nach Consumer-PCs im ersten Quartal blieb mit 18 Prozent Wachstum im Jahresvergleich auf einem gesunden Niveau und brachte den gesamten PC Markt in Deutschland im ersten Quartal 2009 voran. Jedoch haben wir noch nicht die gesamten Auswirkungen der Rezession gesehen, und der Markt wird die zweite Jahreshälfte verhaltener angehen." Gartner schätzt, dass hierzulande im ersten Quartal allein 374.000 Netbooks ausgeliefert wurden. Ohne die Mini-Geräte wäre das Mobilsegment um vier Prozent gesunken; mobile Rechner machen mittlerweile 63 Prozent des gesamten deutschen PC-Marktes aus.