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PC-Flaute trifft AMD hart

18.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kalifornische Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) verbuchte im abgelaufenen zweiten Quartal einen überraschend hohen Verlust: Das Unternehmen wies einen Nettodefizit von 184,9 Millionen Dollar oder 54 Cent pro Aktie aus. Analysten hatten mit einem Minus von 45 Cent je Anteil gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Intel-Rivale noch einen Überschuss von 17,4 Millionen Dollar erzielt. Damals lagen die Einnahmen von AMD aber mit 985,3 Millionen auch 39 Prozent über den jetzt gemeldeten 600,3 Millionen Dollar. Der Umsatzeinbruch kommt für Anleger und Analysten jedoch nicht unerwartet, nachdem der Konzern im vergangenen Monat gleich zweimal seine Prognosen nach unten korrigiert hatte (Computerwoche online berichtete).

Im Detail betrachtet ging der Absatz bei PC-Prozessoren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 380 Millionen Dollar zurück. Die Einnahmen der Sparte fielen im Vergleich zum vorangegangen ersten Quartal sogar um 44 Prozent, nachdem die Zahl der ausgelieferten CPUs von rund acht Millionen auf sechs Millionen Stück zurückging. Im Bereich Speicherchips schrumpfte der Umsatz sogar um 45 Prozent auf 175 Millionen Dollar. Dennoch konnte sich AMD im Geschäft mit Flash-Memory-Speichern gegenüber dem ersten Quartal um neun Prozent verbessern.

Für das laufende dritte Quartal erwartet AMD erneut einen Nettoverlust und nur ein leichtes sequentielles Umsatzwachstum, die Differenz zum Vorjahresquartal soll auf zirka 21 Prozent schrumpfen. Der neue Unternehmenschef rechnet jedoch damit, dass AMD den Wettbewerb mit Intel ab Ende des Jahres mit Erscheinen der neuen Prozesser-Generation namens "Hammer" wieder ernsthaft aufnehmen kann. (mb)