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Paypal macht Mann zum Billiardär

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Chef einer PR-Firma durfte sich kurzzeitig als reichster Mensch der Welt fühlen. Aufgrund eines Verrechnungsfehlers des Online-Bezahldienstes Paypal wurde ihm ein Betrug tausendmal höher als das weltweite Bruttoinlandsprodukt aller Staaten gutgeschrieben.
Ein "Here"-Kartenleser der Ebay-Bezahltochter PayPal
Ein "Here"-Kartenleser der Ebay-Bezahltochter PayPal
Foto: PayPal

Chris Reynolds, der Chef einer PR-Firma in Delaware, staunte nicht schlecht, als er im Juni seinen per E-Mail zugestellten monatlichen Paypal-Status kontrollierte. Sein Konto wies demnach ein Guthaben von exakt 92.233.720.368.547.800 Dollar (92 Billiarden Dollar) auf. Das ist eine Summe tausendmal höher als das Bruttoinlandsprodukt aller Staaten dieser Welt zusammen, das sich laut CIA World Factbook im Jahr 2012 auf knapp 85 Billionen summierte. "Einen Moment lang dachte ich, ich besitze Billiarden", sagte Richards der Zeitung "Philadelphia Daily News". Als verantwortungsvoller Mensch habe er sich verpflichtet gefühlt, mit der Summe zunächst einmal sämtliche Schulden der USA zu tilgen. Danach habe er das örtliche Baseball-Team "Phillies" kaufen wollen, "wenn man ihm einen guten Preis gemacht hätte", betonte Reynolds.

Paypal reagiert humorlos

Die Freude währte indes nicht lang. Als er sein Paypal-Online-Konto öffnete zeigte es Reynolds den erwarteten Kontostand Null an. Der Betreiber Paypal kommentierte die Panne nicht, er verwies auf darauf, dass man die Kundenkonten aus Gründen des Datenschutzes nie öffentlich diskutiere. Paypal forderte statt dessen Reynolds auf, die für das Konto hinterlegte Kreditkarte turnusmäßig zu erneuern. "Obwohl ich mehr als 90 Billiarden Dollar hatte, vertrauen sie mir nicht", kommentierte Reynolds die Aufforderung.