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Paula Hunter soll Collax über den "großen Teich" führen

31.05.2006
Mit Paula Hunter hat die Freiburger Collax AG eine ausgewiesene Linux-Expertin für ihre Expansion auf den US-amerikanischen Markt gewonnen.

Hunter wird Vice President Marketing der US-Niederlassung von Collax, die im Juni in Bedford bei Boston ihren Betrieb aufnimmt. Die Managerin begann ihre mehr als 20-jährige Karriere bei Digital Equipment und Compaq. Sie leitete dann die (aufgrund der Beteiligung von SCO leider gescheiterte) Initiative United Linux und war zuletzt Director Marketing und Business Development bei den Open Source Development Labs (OSDL). Für Collax soll sie insbesondere die Beziehungen zum US-amerikanischen Channel aufbauen.

Collax als Start-up zu bezeichnen, wäre unpassend, auch wenn die Firma erst seit Herbst letzten Jahres existiert. Ihr Flaggschiffprodukt "Collax Business Server" wurde nämlich zuvor schon rund sieben Jahre lang erfolgreich unter dem Namen "Ben Hur" von Pyramid vertrieben, allerdings nur mehr oder weniger per Mundpropaganda vermarktet. Dann nahm sich der notorische Entrepreneur Olaf Jacobi (vorher ACG, Cobion) der Sache an und installierte mit Collax eine professionellere Organisation rund um das Produkt.

Jacobi gelang es dabei, sowohl wichtige Leute an Bord zu holen - etwa den früheren Suse-CTO Boris Nalbach oder den US-Amerikaner William Hite als Finanzchef - als auch Wagniskapital einzufahren, zunächst fünf Millionen Euro von Wellington Partners und Atlas Venture, später nochmals zwei Millionen Euro von Intel Capital.

Der Collax Business Server zielt speziell auf kleine und mittlere Kunden. Unter der Devise "Simply Linux" will er die technische Komplexität vom Anwender fernhalten und verbirgt sie dazu unter einer von Collax entwickelten, proprietären Verwaltungsoberfläche. Der Business Server lässt sich als Groupware- Datei-, Mail-, Proxy- und Webserver sowie als VPN-Gateway und Firewall einsetzen. Er wird mit oder ohne Appliance-Hardware im Abonnement mit Managed Support vertrieben. (tc)