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Patentrechtsstreit: Startup erwirkt einstweilige Verfügung gegen Microsoft

14.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das kleine Startup Alacritech aus dem Silicon Valley hat eine einstweilige Verfügung gegen den Softwareriesen Microsoft erwirkt. Ein kalifornisches Bezirksgericht setzte fest, dass die Gates-Company ein bestimmtes Netzwerk-Feature vorerst nicht in künftigen Windows-Versionen nutzen darf. Die von Microsoft "Chimney" getaufte TCP-Offload-Technik beschleunigt die Datenübertragung in TCP/IP-Netzen, indem sie bestimmte Aufgaben von der CPU eines Servers oder PCs auf die Netzwerkkarte oder andere Komponenten verlagert. Microsoft wollte die Technik im Betriebssystem "Longhorn" sowie in dem für die zweite Jahreshälfte geplanten Scalable Networking Pack für den Windows Server 2003 einsetzen - bis Alacritech diesem Plan vorerst ein Ende setzte.

Das Startup aus San José, Kalifornien, hatte die Technik nach eigenen Angaben bereits 1998 mit Microsoft diskutiert, daraufhin habe die Gates-Company aber die Kommunikation schlagartig abgebrochen. Im Mai 2003 hatte Microsoft dann Chimney vorgestellt, das der eigenen patentierten SLIC-Technik ähnelte. Darauf angesprochen, hätte sich der Softwareriese geweigert, die Technik unter Lizenz zu nehmen. Als Resultat verklagte Alacritech Microsoft im August 2004 auf Patentverletzung, im November beantragte das Startup dann vor Gericht eine einstweilige Verfügung, um Microsoft die Nutzung von Chimney zu untersagen. (mb)