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Partnerbörsen ertragreicher als Musikportale

02.08.2007
Von pte pte
Mit 66 Mio. Euro haben deutsche Online-Partnerbörsen im vergangenen Jahr um 18 Mio. Euro mehr umgesetzt als Internet-Musikportale. Nach Schätzungen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom)soll der Umsatz dieses Jahr um 29 Prozent auf etwa 85 Mio. Euro steigen. "Online-Dating ist schon seit langem aus den Kinderschuhen heraus und hat sich von einem Nischenprodukt zu einem weit akzeptierten Alltagsphänomen unserer Zeit entwickelt", erklärt Niels Genzmer, Pressesprecher der Singlebörse iLove , den Erfolg gegenüber pressetext.

Dabei haben verschiedene Portale auch unterschiedliche Einnahmequellen. Während sich andere über Werbung finanzieren, lebt die Agentur Parship von Mitgliedsbeiträgen. Das Erstellen eines Profils und die ersten Partnervorschläge sind noch kostenlos - will man schließlich Kontakt aufnehmen werden Gebühren fällig. Diese seien jedoch gut investiert, meint Parship-Sprecherin Tanja Knott: "Vor allem für Menschen, die mit Beruf oder Kindern großteils ausgelastet sind, bietet sich die Chance zeitunabhängig Bekanntschaften zu knüpfen.

Mittlerweile gibt es ein vielfältiges Angebot an Online-Partneragenturen. Dahinter stehen - von der Seitensprungagentur bis hin zum Partnervermittler für langfristige Beziehungen - sehr unterschiedliche Konzepte. Die aktuelle Studie des Bitkom zeigt, dass Plattformen mit Social-Networking-Komponenten grundsätzlich die größten Chancen haben. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Einbindung multimedialer Inhalte. "Kunden legen Wert auf Seriosität, Qualität und Anonymität", ist sich Knott hingegen sicher. Nur so könne man langfristig am Markt überleben.

Dass Social-Networking-Portale als informelle Flirtplattformen den Partnerbörsen den Rang ablaufen könnten, befürchtet Knott nicht. "Mittlerweile rangiert das Internet hinter dem Freundeskreis und dem Job auf Platz drei der wichtigsten Plätze zum Kennenlernen. Aber nur Partnerbörsen sind zielgerichtet - von Social-Networking-Plattformen geht deshalb keine Bedrohung aus", meint Knott. Genzmer heißt die Entwicklung ebenfalls willkommen und kündigt an: "Zukünftig werden wir entsprechende Funktionen im Bereich Social-Networking ausbauen, wobei die Flirt- und Dating-Aspekte weiterhin im Vordergrund stehen werden." (pte)