Linux- und Open-Source-Rückblick

Parted Magic, openSUSE, ownCloud, IPFire und mehr

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die ownCloud-Entwickler stellen Apps für Android und iOS in Google Play beziehungsweise Apples App Store zur Verfügung.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen der Kalenderwoche 31 bezüglich Open-Source und Linux. Die beliebte Linux-Distribution für Datenrettung und Partitionieren Parted Magic gibt es als Wartungs-Ausgabe mit kleinen Neuerungen. Das openSUSE-Team hat einen zweiten Veröffentlichung-Kandidaten zu openSUSE 12.2 zum Testen ausgegeben.

Die Hersteller der Firewall-Distribution IPFire haben eine Aktualisierung ausgegeben. Die auf CentOS basierende Server-Distribution ClearOS wurde ebenfalls aktualisiert.

openSUSE 12.2 RC2

Aus Platzgründen wurden viele Handbücher aus dem DVD-Medium genommen. Diese sind nun Teil eines "books"-Muster und die Pakete lassen sich separat installieren.

Des Weiteren haben die Entwickler laut eigener Aussage Verbesserungen in Sachen systemd, kiwi, clicfs und udev vorgenommen. Ebenfalls erwähnenswert ist IPv6-Unterstützung in Avahi.

Die Polkit-Privilegien wurden etwas gelockert. Nun ist es allen angemeldeten Anwendern erlaubt, Online-Updates einzuspielen. Wichtig ist auch die Aktualisierung von MySQL. Hier wurde ein Fehler ausgebessert, der bei UPDATE-Befehlen zu sehr viel Festplattenbenutzung.

Durch das Update des Intel-Grafiktreibers auf Version 2.20.0 lassen sich neue SNA- und GLAMOR-Backends aktivieren. Interessierte können ISO-Abbilder für openSUSE 12.2 RC2 aus dem Entwickler-Bereich der Projektseite herunterladen. Für die Desktop-Umgebungen GNOME und KDE stehen zusätzlich zur DVD-Ausgabe spezielle Live-Versionen bereit.

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ClearOS 6.3.0

Laut offizieller Ankündigung bringt ClearOS 6.3.0 neue Applikationen, die sich in erster Linie im Mail-Server-Bereich abspielen. Zum Beispiel ist Zarafa Community für ClearOS, Mail Antivirus, Mail Antispam, Greylisting und so weiter enthalten. Dies gilt für die kostenlose Community-Edition der Server-Distribution.

Für die kommerzielle Ausgabe ist Zarafa Professional für ClearOS enthalten. Diese bringt auch Unterstützung für Microsoft Outlook mit sich. Die Antiviren-Lösungen für Mail und Gateway sind von Kaspersky.

Interessenten finden ISO-Abbilder für die Architekturen x86 und x86_64 im Download-Bereich der Projektseite. Dort gibt es außerdem Links zu speziellen Abbildern für den Einsatz in den virtuellen Maschinen VMware, VirtualBox und VirtualPC.

IPFire 2.11 Core 61

Die neueste Version der Spezial-Distribution IPFire bringt Verbesserungen in Sachen OpenVPN mit sich. Ab sofort können Sie für OpenVPN-Clients statische Routen vergeben. Verbindungen lassen sich beim Importieren umbenennen und den Status von OpenVPN-N2N-Verbindungen zeigt die Software auf der Index-Seite an. Auf der Verbindungs-Seite können Administratoren außerdem einsehen, wie viel Datenverkehr über eine einzige Verbindung gelaufen ist.

Des Weiteren haben die Entwickler den Web-Proxy Squid auf Version 3.1.20 aktualisiert. Ebenso wurde die Software mit Unterstützung für ICAP kompiliert. In PHP 5.3.14 wurden über 30 Fehler ausgebessert.

Darüber hinaus gibt es mehr Optionen für Bandbreitenkontrolle. Das Fireinfo-System kann nun Speicherkarten in Raspberry-Pi-Rechnern korrekt erkennen. Das Dateisystem Reiser4 ist nicht länger unterstützt. Auch wenn die Entwickler der Meinung sind, dass es sich um eines der besten Dateisysteme handelt, ist die Unterstützung der Linux-Kernel-Entwickler nicht vorhanden. Es ist laut eigener Aussage zu aufwendig, den eigenen Kernel mit der Reiser4-Entwicklung synchron zu halten. Sie finden die neueste Version von IPFire auf der Projektseite.

Parted Magic 2012_07_28

Patrick Verner hat eine neue Version der Datenrettungs-Distribution Parted Magic zur Verfügung gestellt. Wie immer wurden diverse Software-Pakete auf den neuesten Stand gebracht. Des Weiteren haben die Entwickler diverse Fehler ausgebessert. Darunter ein Hänger im Zusammenhang mit der Verschlüsselungs-Software TrueCrypt.

Für das integrierte Clonezilla gibt es NFS4-Unterstützung. HAL wurde komplett entfernt. Ebenfalls neu ist, dass sich Parted Magic nun von Linux-RAID-Partitionen (/dev/md*) starten lässt. Device Mapper und LUKS Crypt sollten ab der nächsten Version funktionieren. Laut eigener Aussage soll ein starten von verschlüsselten USB-Geräten in naher Zukunft möglich sein. ISO-Abbilder der aktuellen Ausgabe von Parted Magic finden Sie wie üblich im Download-Bereich der Projektseite.

ownCloud App nun in Google Play und dem Apple App Store

Ab sofort stehen ownCloud Apps für Android und iOS in Google Play beziehungsweise dem Apple App Store zur Verfügung. Es handelt sich dabei um eine File-Sharing- und Synchronisations-Software für mobile Endgeräte, mit der sich auf die persönliche Datenwolke ownCloud zugreifen lässt.

Sowohl die Android- als auch die iOS-Version kostet 79 Euro-Cent. Eine Mobile-App gab es schon länger, allerdings war diese nicht in den entsprechenden Software-Lagern vorhanden.

Die Entwickler verbessern die App immer weiter und derzeit können Sie die Daten auf der ownCloud durchsuchen und auf das mobile Gerät herunterladen. Ebenfalls sind mehrere Nutzerkoten möglich und somit auch ein Zugriff auf mehr als eine ownCloud-Instanz denkbar. Sie können ebenfalls Favoriten anlegen, die sich dann automatisch mit dem Server synchronisieren.

Als Kritikpunkte oder Wunschliste bei den Kommentaren ist zu lesen, dass eine Synchronisation des Kalenders und der Kontakte die App weiter aufwerten würden. Man darf also auf kommende Ausgaben gespannt sein. Sie finden weitere Informationen zur Mobile-App von ownCloud auf der entsprechenden Projektseite. (ph)