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Was SAP Fiori für Unternehmen interessant macht

Paradigmenwechsel bei Business Software

Henning Reinecke (geb. 1968) studierte Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsakademie in Hamburg. Anschließend war er vier Jahre im Konzerneinkauf der Beiersdorf AG in Hamburg tätig. Von 1994 an sammelte über 16 Jahre nationale und internationale Projekt-, Vertriebs- und Führungserfahrung beim IT-Dienstleister CSC. Am 1.Oktober 2010 wechselte er als Vertriebsleiter Consulting zur INFO AG. Bis zu seiner Berufung in den Vorstand der INFO AG im Jahre 2012 verantwortete er den Consulting- und Outsourcing-Vertrieb in Norddeutschland. Im Vorstand der INFO AG war Reinecke für die Bereiche Vertrieb und Marketing verantwortlich. Henning Reinecke ist seit 1. September 2013 Vorstand der QSC AG und für den Vertrieb sowie die marktorientierte Weiterentwicklung des gesamten ITK-Angebots verantwortlich.
Das alte Motto “Features and Functions” hat ausgedient und wird durch “Usability and User Experience” ersetzt. Damit stehen die Bedürfnisse von Benutzern und das Nutzerlebnis von Software im Vordergrund. Einen Schritt in diese Richtung unternimmt SAP mit ihrem Produkt Fiori.

Als weltgrößter Anbieter von Business-Software prägt SAP komplette Unternehmensprozesswelten. Seit einigen Jahren hat das Unternehmen sich verstärkt als Ziel gesetzt, das Anwendererlebnis - sprich: User Experience - in allen Produkten an die aktuellen Standards bei Benutzeroberflächen (UserInterface) anzupassen. Eine alte Erkenntnis rückt dabei immer wieder ins Bewusstsein: Ein gutes Produkt bildet die Schnittmenge zwischen technologischer Reife, betriebswirtschaftlicher Attraktivität sowie Akzeptanz durch Anwender.

Das iPhone revolutionierte auch die Business Software

Mobile Endgeräte mit ihren einfachen Bedienkonzepten haben auch die Sicht der Nutzer auf Business Software revolutioniert: Anwender wollen im Arbeitsalltag eine ebenso intuitiv zu bedienende Software haben, wie sie es auch im Privaten wie z.B. bei ihrem iPhone oder iPad gewohnt sind. Daraus hat sich eine Erwartungshaltung entwickelt, die sich nun ihren Weg aus der Consumer Welt in die Welt der Business Software bahnt. Wichtig ist dabei:

  • Nutzungserlebnis: Die Interaktion zwischen der Anwendung und dem Anwender soll harmonieren und eine positive Erfahrung darstellen.

  • Effektivität: Die User möchten möglichst intuitiv und ohne Umwege zum gewünschten Arbeitsergebnis kommen.

  • Unterhaltungswert: Idealerweise haben die Nutzer Spaß an der Sache und der Bedienoberfläche - egal ob mit dem PC, Laptop, Smartphone oder Tablet.

Einheitliche und intuitive Benutzeroberfläche mit SAP Fiori

Mit SAP Fiori geht es klar in Richtung "Einfachheit": Für die meistgenutzten Funktionen der Business Suite bietet SAP eine Vielzahl HTML5-basierter Apps an, die in einer einheitlichen und intuitiven Benutzeroberfläche vereint sind.

Was auf den ersten Blick lediglich wie eine optische Erneuerung aussieht, bringt einige grundlegende Veränderungen mit sich. Die wesentlichen Merkmale sind:

  • Personalisierung: Das neue Arbeitsmodell in SAP Fiori funktioniert rollenbasiert und personalisiert. Anwender erhalten die für ihre Tätigkeit wichtigen Funktionen und Informationen zusammengefasst im sogenannten Launchpad dargestellt. Es stellt den zentralen Einstiegspunkt für Fiori dar, von dem Benutzer Anwendungen über Kacheln starten kann.

  • Übersichtlichkeit: Verfügbare Apps werden im Kacheldesign angezeigt und lassen sich nach eigenen Wünschen beliebig organisieren. Von hier aus kann der Anwender in die unterschiedlichen Anwendungen abspringen. Er bewegt sich stets im gleichen Layout.

  • Geräteunabhängigkeit: Mit der HTML5-Technologie von SAP Fiori kann das Launchpad auf ganz unterschiedlichen Endgeräten genutzt werden und passt sich dank des Responsive Designs dem jeweiligen Bildschirm an. So haben insbesondere mobile Mitarbeiter die Möglichkeit, ihren täglichen Arbeitsablauf plattformübergreifend und Endgeräte-unabhängig zu organisieren.

Egal ob Vertriebspersonal, Außendienstmitarbeiter, Manager oder andere Aufgaben: Mit mehr als 500 Apps für unterschiedlichen Industrien, Branchen und Rollen ist das Einzugsgebiet von SAP Fiori bereits recht groß. SAP erweitert das App-Portfolio kontinuierlich.

Was SAP Fiori für Unternehmen interessant macht

SAP Fiori verfolgt das Ziel, die User Experience von SAP-Software durch moderne Designprinzipien und Arbeitsweisen zu verbessern. Die Vorteile der daraus resultierenden Personalisierung, Übersichtlichkeit und Geräteunabhängigkeit:

  • Einfachheit: Fiori orientiert sich an dem Motto "Keep Simple Things Simple": Anstelle funktional überladener Bildschirmmasken sieht und erlebt der Anwender nur das, was er tatsächlich zur Ausführung seiner Geschäftstätigkeit benötigt.

  • Effektivität: SAP-Anwendungen werden künftig so konzipiert, dass der Nutzer in seiner einen Rolle ein gewünschtes Szenario mit maximal drei Klicks erledigen kann. Diese 1-1-3-Regel ist wesentlicher Bestandteil der neuen User Experience-Strategie von SAP.

  • Akzeptanz: Die Fiori-Apps sind intuitiv bedienbar. Der Anwender benötigt dafür weder Schulungen noch SAP-Kenntnisse. Und einfach zu bedienende Software erreicht schneller das gewünschte Ziel. Schulungskosten sinken hierdurch und Benutzerfehler werden reduziert. Die Akzeptanz der Software durch die Mitarbeiter wächst.

  • Mobilität: Bestehende Arbeitsabläufe vom PC können auf mobile Endgeräte verlagert werden und Medienbrüche werden verhindert. Auch das steigert die Qualität des Geschäftsprozesses.

  • Zeitersparnis: Orts-, Zeit- und System-unabhängiger Zugriff auf Informationen beschleunigt die Durchlaufzeit von Geschäftsprozessen und steigert die Produktivität der Mitarbeiter. Wartezeiten für Freigabeprozesse können weiter minimiert werden und die Prozesskosten sinken.

Einstiegstechnologie: Für SAP Fiori fallen keine zusätzlichen Lizenzgebühren an. Damit eignet es sich hervorragend als schneller und kostengünstiger Einstieg in eine mobile IT-Strategie. Nicht zuletzt auch aufgrund der nachfolgenden Generationen von Digital Natives werden sich zukünftige Herstellerlösungen daran messen lassen müssen, ob sie die Kriterien einer modernen Software mit User Experience und Usability erfüllen können.