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Panther-Ultrasparc jetzt auch in Suns Highend-Servern

19.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems hat in dieser Woche den Rollout seiner Dual-Core-Ultrasparc-IV+-Prozessoren ("Panther") abgeschlossen, mit denen das Unternehmen wieder ungefähr gleichgezogen hat mit den konkurrierenden Unix-Offerten von IBM und Hewlett-Packard. Die Panther-Chips sind nun auch in den Highend-Servern "E20K" (36 Wege) und "E25K" (72 Wege) erhältlich.

Die ersten Ultrasparc-IV-CPUs mit zwei Kernen ("Jaguar") hatte Sun im Frühjahr 2004 herausgebracht. Diese waren zwar rund 1,8 Mal so schnell wie der Vorgänger Ultrasparc-III, dies reichte aber nicht aus, um den Leistungsvorsprung auszugleichen, den die Systeme von IBM (Power4(+), 32 Wege) und HP (Itanium 2, 64 Wege) bei vielen Workloads erreicht hatten.

Mit dem Ultrasparc IV+ hat sich dies weitgehend erledigt. Die Leistung hat sich gegenüber dem Jaguar erneut in etwa verdoppelt, unter anderem durch Umstieg auf einen 90-Nanometer-Fertigungsprozess (Kupfer/Low-k/Strained Silicon) und weniger durch die Taktrate von 1,5 Gigahertz. Außerdem konnte Sun aufgrund des kleineren Dies erstmals 2 MB Level-2-Cache direkt auf dem Chip aufbringen (zum ersten Mal bei einem Highend-Sparc). Die Panther-Prozessoren integrieren sogar 32 MB L3-Cache - der erste seiner Art überhaupt von Sun.

Neben der Mehrleistung hat Sun außerdem die Preise gegenüber den Jaguar-bestückten Systemen konstant gehalten. Genaue Preisinformationen finden sich auf der Website des Herstellers zwar nicht, man kann aber davon ausgehen, dass ein voll bestückter E25K mit 288 GB Hauptspeicher und Grundausstattung an Disk-Speicher rund 3,35 Millionen Dollar und zum Straßenpreis (30 Prozent Rabatt) von rund 2,3 Millionen Dollar erhältlich sein dürfte.

Allerdings müsste man für die Datenbank Oracle 10g auf diesem System satte 3,2 Millionen Dollar berappen (mit 25 Prozent Rabatt). Hier wäre ein p5 595 von IBM deutlich im Vorteil, für dessen 32 Wege man die Datenbank bereits für 1,44 Millionen Dollar bekäme. Der mit 64 Cores bestückte Server von Big Blue wiederum steht mit 128 GB Hauptspeicher mit 3,5 Millionen Dollar in der Preisliste und dürfte realistisch für 25 Prozent weniger, mithin 2,65 Millionen Dollar zu haben sein.

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