Web

Deutschsprachige Webseiten

Panda-Update von Google zeigt bereits Wirkung

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Google hat das "Panda"-Update für seinen Suchalgorithmus in der letzten Woche auch für deutsche Webseiten ausgerollt.

"Panda" hat das erklärte Ziel, die Qualität der Suchergebnisse zu erhöhen und originäre Inhalte höher zu gewichten. Darunter leiden insbesondere Content-Farmen und -Aggregatoren. Das gilt jetzt auch für das deutschsprachige Web (in den USA war Panda bereits im Frühjahr installiert und später noch einmal angepasst worden), wie Searchmetrics in einer ersten Analyse ermittelt hat (zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch Sistrix).

Laut Google sind hierzulande rund sechs bis neun Prozent der Suchanfragen betroffen. Beim "Panda"-Update für die USA und andere englischsprachige Websites waren es fast zwölf Prozent gewesen. Wie in den USA sind auch in Deutschland neben Content-Farmen, Meta-Jobbörsen und Personensuchmaschinen vor allem Preisvergleichsdienste von den Abstufungen im Ranking besonders stark betroffen. Laut Searchmetrics waren von den 25 Webseiten, die in Deutschland nach dem "Panda"-Update am stärksten an Sichtbarkeit bei Google verloren, allein fünf Preisportale.

Foto: Searchmetrics

Die Microsoft-Tochter Ciao.com zählt auch in Deutschland zu den größten Verlierern durch "Panda". Der Preisvergleichsdienst verlor rund 60 Prozent seiner Sichtbarkeit. Er kam von allen deutschen Webseiten zwar am schlechtesten, im Ländervergleich zu den USA aber noch gut davon (dort kostete das Update das Preisportal rund 80 Prozent der Sichtbarkeit). Platz zwei im Verlierer-Ranking ist die UGC-Plattform Gutefrage.net. Die Holtzbrinck-Tochter büßte seit Panda rund 56 Prozent ihrer Sichtbarkeit ein. Auf Rang drei steht mit Dooyoo.de ein weiterer Preisvergleichsdienst. Dieser wurde von Google bereits in Großbritannien mit einer 90-prozentigen Reduktion der Sichtbarkeit im Index bestraft; in Deutschland beträgt der Wert "nur" etwa 65 Prozent.

Freuen über das Panda-Update in Deutschland werden sich laut Searchmetrics vor allem Online-Redaktionen, die eigenen und qualitativ hochwertigen Content liefern. Golem verzeichnete seit der Einführung am vergangenen Freitag ein Plus von 21,3 Prozent. Facebook.com profitiert von einem Sichtbarkeitszuwachs von 4,7 Prozent, Focus.de kletterte um sieben Prozent in der Sichtbarkeit nach oben und Chip.de um drei Prozent. "Viele dieser Gewinner wurden aber nicht von Google direkt belohnt, sondern profitieren eher von der Tatsache, dass Seiten, die sonst immer über ihnen angezeigt wurden, von den Top-Positionen entfernt wurden", kommentiert Searchmetrics-Chef Marcus Tober.

Google bietet übrigens über ein Online-Formular die Möglichkeit, "Panda"-"Kollateralschäden" zu melden. Wer also meint, dass seine Webseite zu Unrecht abgestraft wurde, sollte sie dort eintragen.