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Palmsource übernimmt Jot als Graffiti 2

14.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Palmsource hat die Handschrifterkennung "Jot" der kalifornischen Communication Intelligence Corp. (CIC) in Lizenz genommen und wird sie anstelle des bisher genutzten "Graffiti" in sein Handheld-Betriebssystem "Palm OS" integrieren. Die Software steht als "Graffiti 2 powered by Jot" Lizenznehmern bereits zur Verfügung und soll Bestandteil der Palm-OS-Versionen 4.1.2 und 5.2 werden. Wann diese in Neugeräten zu finden sind und ob es für Besitzer älterer Palms entsprechende Software-Updates geben wird, ist noch nicht bekannt.

Als Add-on ist Jot bereits seit einiger Zeit erhältlich. Die Software erlaubt eine relativ natürliche Eingabe von Buchstaben - dafür ist die Interpunktion ein wenig komplizierter - und lässt sich optional auch auf die Handschrift des Benutzers trainieren. Beim alten Graffiti musste man sich beim Schreiben strikt an die Konventionen der Software halten, die nicht unbedingt intuitiv sind - ein "t" beispielsweise sieht bei Graffiti aus wie ein auf dem Kopf stehendes "l". CIC wird weitere Palm-Produkte, beispielsweise "Word Complete" und "QuickNotes", weiterhin separat vertreiben.

Hinter der Entscheidung von Palmsource für Jot dürfte zu einem Gutteil der anhängige Urheberrechtsstreit über Graffiti mit Xerox stecken. Der Kopiererkonzern hatte Palm und dessen Vorgängerfirma U.S. Robotics 1997 verklagt, weil Graffiti von der Xerox-Technik "Unistroke" abgekupfert sein soll. Marlene Somsak von der Palm Solutions Group erklärte, der Prozess sei sicher ein Thema. Bei der Suche nach Graffiti-Alternativen habe sich aber ohnehin rasch herausgestellt, dass Jot besser funktioniere. Palmsource werde deswegen unabhängig vom Urteil im Xerox-Prozess bei der CIC-Software bleiben. (tc)