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Palm verleibt sich Extended Systems ein

07.03.2001
Mit der Übernahme des Synchronisations-Spezialisten Extended Systems für 264 Millionen Dollar ebnet sich Handheld-Weltmarktführer Palm weiter den Weg in die Unternehmens-DV.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Handheld-Weltmarktführer Palm hat angekündigt, vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären und Kartellbehörden den Synchronisationspezialisten Extended Systems für rund 264 Millionen Dollar oder 22 Dollar pro Aktie zu übernehmen.

Extended Systems wurde 1984 gegründet und beschäftigt zurzeit weltweit rund 380 Mitarbeiter, die Palm mehrheitlich - inklusive CEO (Chief Executive Officer) Steve Simpson - übernehmen will. Das Unternehmen hat sich auf Technik für den Datenabgleich von Servern und PCs mit mobilen Endgeräten fokussiert und unterstützt auch neueste Standards wie Bluetooth. Zu seinen Referenzkunden gehören unter anderem British Airways, Daimler Chrysler sowie International Paper. Da verwundert es nicht, dass Palm-Chef Carl Yankowski mutmaßt, mit dem geplanten Deal werde sein Unternehmen "die Türen zu den Büros der CIOs aufstoßen".

Zeitgleich kündigte Palm eine neue Unternehmensstruktur an, die der Übernahme bereits Rechnung trägt. Das Unternehmen gliedert sich künftig in drei Bereiche, die sich um Unternehmenskunden, Consumer sowie das Plattform- und Lizenzgeschäft kümmern sollen. Die Leitung der Corporate-Unit übernimmt - nach Abschluss des Deals - Steve Simpson von Extended Systems als General Manager. Palms bisheriger Marketing-Chef Satjiv Chalil soll der Endkunden-Abteilung vorstehen, und Co-COO (Chief Operating Officer) Alan Kessler untersteht der Plattform-Bereich. Außerdem wurde Barry Cottle auf den neu geschaffenen Posten des "CNO" (Chief Net Officer) berufen.

Unklar ist, welche Auswirkungen die angekündigte Akquisition auf die kürzlich angekündigte Kooperation zwischen Extended Systems und Lotus hat. IBMs Software-Tochter wollte ihre eigene "Easysync"-Technik für den Datenabgleich zwischen Notes/Domino und Palm-PDAs (Personal Digital Assistants) durch Produkte des Übernahmekandidaten ersetzen.