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02.09.1994

Siemens-Nixdorf strukturiert das Mittelstands-Geschaeft um

MUENCHEN (gfh) - Bei Siemens-Nixdorf (SNI) jagt eine Umstrukturierung die naechste. Wie aus Unternehmens-internen Quellen verlautet, soll im Rahmen einer Neuorganisation die eben erst gegruendete Business Unit Mittelstand (Bumi) wieder abgeschafft werden. Ziel ist offensichtlich eine Reduzierung der SNI-Geschaeftsbereiche.

Greifen soll das Revirement zum 1. Oktober, wenn Gerhard Schulmeyer den gluecklosen Hans-Dieter Wiedig als SNI-Chef abloest. Zur neuen Fuehrungsriege koennte dann neben dem Vertriebsvorstand Robert Felix Hoogstraten auch der von der Software AG kommende Peter Page gehoeren, der bisher die Business Units Bueroautomatisierung und Engineering-Software leitete. Aus Management-Kreisen war zu erfahren, dass er von Anfang an als Vorstand fuer Anwendungssoftware vorgesehen war und sich auf seiner jetzigen Position erst mit den SNI-Strukturen vertraut machen sollte.

Dass sich der SAG-Mann zu Hoeherem berufen fuehlt, beweist er zur Zeit als treibende Kraft hinter der Neuorganisation des Mittelstandsbereiches. Ihm wird die Initiative zugeschrieben, das Anwendungspaket ALX zum Mittelpunkt der neu zu schaffenden Business Unit zu machen. Noch in diesem Monat soll das Produkt, das urspruenglich als Unix-Alternative fuer Nixdorfs umstiegswillige Comet-Anwender entwickelt wurde, auch fuer Microsofts Windows NT angekuendigt werden. Unklar ist nun allerdings, was dann aus der noch von Siemens DI stammenden Siline-Software werden soll, die eben erst auf das Unix-Betriebssystem portiert wurde.

Die Veraenderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die seit der Nixdorf-Uebernahme 1990 mit Verlust agierende Siemens-Tochter endlich hoffen kann, die Talsohle durchschritten zu haben. Wie der in Kuerze scheidende Vorstandsvorsitzende Wiedig dem Nachrichtendienst "AP Dow Jones" mitteilte, ist das Unternehmen im aktuellen Geschaeftsjahr kurzfristig in den Bereich der schwarzen Zahlen vorgestossen. Trotz weiterhin sinkender Umsaetze hofft der Top-Manager daher, bald auf Dauer in die Gewinnzone zurueckzukommen. Im Vorjahr betrug der Nettoverlust bei einem Umsatz von 11,8 Milliarden Mark 419 Millionen Mark.