Cloud-Services

PaaS-Angebote in der Aufbauphase

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Platform-as-a-Service-Angebote (PaaS) sind für Entwickler attraktiv. Sie hoffen damit schnelle und kostengünstige Ergebnisse zu erzielen. Doch es gibt Risiken.

Die Vorteile des Cloud-Konzept sind mittlerweile bekannt. Server sind beliebig skalierbar, der Kunde zahlt nur für genutzte Dienste und spart sich eigene Investitionen in Hard- und Software. Daneben spielt die Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. So lassen sich Anwendungen in der Cloud oft schneller entwickeln und anbieten. Insbesondere mobile Applikationen profitieren davon.

Softwarehäusern fehlt noch klare Strategie

Platform-as-a-Service-Angebote sind häufig noch in der Aufbauphase.
Platform-as-a-Service-Angebote sind häufig noch in der Aufbauphase.
Foto: Kovalenko Inna - Fotolia.com

Ein Cloud-Segment, das deshalb immer prominenter wird, ist "Platform as a Service" (PaaS). Laut Gartner-Analyst Yefim V. Natis haben seit 2011 alle großen Softwarehersteller eine Strategie für PaaS entworfen. "Das vergangene Jahr war entscheidend für den Markt, da viele Anbieter PaaS nun als Alternative zum traditionellen Middleware-Modell betrachten." Trotz dieser Einschätzung befindet sich der Markt noch in der Aufbauphase. Laut Natis sind bisherige Angebote häufig noch unausgereift.

Vielen Softwareherstellern fehlt noch eine Strategie für den Umgang mit PaaS. "Diese Marktteilnehmer sollten sich bewusst werden, dass PaaS in den nächsten drei Jahren für den Erfolg eines Geschäftsmodells von entscheidender Bedeutung sein kann", betont Gartner-Mann Natis. Gleichzeitig werde sich das Angebot in den nächsten Jahren verändern. Für Anwenderunternehmen, die von PaaS profitieren wollen, stelle sich die Frage, wo der Markt hinsteuert und was sich eigentlich im Detail hinter dem Begriff verbirgt.

Unsicherheit bei Anwendern

Das Cloud-Computing-Modell wird in drei Ebenen unterteilt.
Das Cloud-Computing-Modell wird in drei Ebenen unterteilt.
Foto: IDC

PaaS ist neben Software und Infrastructure as a Service (SaaS und IaaS) eines von drei Servicemodellen im Cloud Computing (siehe Grafik). Im Mittelpunkt steht die Ebene zwischen Systeminfrastruktur (Betriebssystem, Netzwerk, virtuelle Maschine, Speicher) und Anwendungsbereich. Eine PaaS-Infrastruktur beinhaltet laut Gartner in der Regel einen Applikations-Container (Server), Entwicklungstools-Tools, ein Datenbank-Management-System, Middleware und eine Business-Process-Management-Suite.

Anders als SaaS- und IaaS-Angebote, die sich bereits auf dem Markt etabliert haben, ist PaaS noch in der Entwicklungsphase. So gibt es weder eindeutige Marktführer noch spezielle Standards bei der Programmierumgebung. "Nach wie vor ist für Unternehmen die Einführung von PaaS mit Unsicherheiten und Risiken verbunden", warnt Gartner-Analyst Natis.

Risiken durch Lock-in

Für einen vorsichtigen Umgang nennt Natis im Wesentlichen drei Gründe:

  • Neuere Cloud-Anbieter nähmen PaaS-Services nur widerwillig in ihr Portfolio auf. Etablierte Anbieter wiederum böten meistens proprietäre Lösungen an und interpretieren PaaS als Vehikel, um ihre alten Architekturmodelle zu verkaufen.

  • Da die meisten PaaS-Angebote noch in der Aufbauphase seien, so Natis weiter, gebe es bisher keine sicheren Verfahren für die Bereitstellung von PaaS in den Bereichen Integration, Anwendung und Business-Process-Management.

  • Und schließlich fehle es noch an Plattformstandards für Programmierumgebungen. Unternehmen, die PaaS nutzen, liefern sich einem Anbieter aus. Entscheiden sie sich für dessen Plattform, lässt sich das nicht einfach rückgängig machen. Treten beim Anbieter Verfügbarkeitsprobleme auf oder nimmt er Änderungen am System vor, hat der Kunde hierauf keinen Einfluss.