Cloud-Modell "Platform as a Service"

PaaS-Anbieter im Vergleich

15.12.2014
Von 
Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Einfaches Entwickeln, schnelles Aufsetzen von Datenbanken und Anwendungen - PaaS-Plattformen bieten heute eine breite Vielfalt an Funktionalitäten. Anwender profitieren von PaaS mit einem schnelleren Going Live und kürzeren Innovationszyklen. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Anbieter mit ihren Services vor.

Platform as a Service (PaaS) als Cloud-Modell, bei dem höherwertige Dienste als Cloud Services bezogen werden können, wird für Unternehmen immer attraktiver. Typische PaaS-Angebote stellen Enwicklungswerkzeuge, Datenbanken, Laufzeitumgebungen und technische Frameworks bereit, die helfen, benutzerdefinierte Anwendungen als Services zu erstellen und auszuführen.

Immer mehr Unternehmen bauen sich um ihre internen Dienste herum eine PaaS-Infrastruktur auf.
Immer mehr Unternehmen bauen sich um ihre internen Dienste herum eine PaaS-Infrastruktur auf.
Foto: Kovalenko Inna - Fotolia.com

Solche Cloud-Umgebungen bieten für Entwickler vor allem den Vorteil, dass sie für die gesamte Infrastruktur, die oft aufwändig bereitgestellt werden muss, nicht mehr selbst sorgen müssen. Die Nutzer müssen sich mit der technischen Umsetzung der Services nicht mehr befassen, alles Erforderliche steht im PaaS-Umfeld als Cloud-Service zur Verfügung.

Die zugrunde liegende Infrastruktur befindet sich für den Bezieher der Dienste unsichtbar hinter Services und Schnittstellen versteckt, er kann sich voll und ganz auf die Anwendungsentwicklung konzentrieren. Entwicklung, Erprobung, Einführung und laufende Wartung von Anwendungen werden damit immens erleichtert - und der Zeitaufwand radikal verringert.

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PaaS galt noch vor ein oder zwei Jahren als Cloud-Dienst für Start-ups und kleinere Betriebe. Doch das hat sich gründlich geändert. Gerade für große Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse und Kundenbeziehungen digitalisieren, bieten PaaS-Plattformen enorme Vorteile. Denn hier lassen sich neue Entwicklungsmethoden ohne große Investitionen ausprobieren und aktuelle Anwendungen zum Beispiel für Marketing und Vertrieb mit kurzem "Time-to-Market" entwickeln und testen.

Google App Engine

Google App Engine ist eine Plattform zum Entwickeln und Hosten von Webanwendungen auf den Servern von Google. Die Plattform stellt Applikationen verschiedene Services zur Verfügung, denen Google-Technologien zugrunde liegen und die auch in anderen Google-Applikationen und Dienstleistungen Verwendung finden.

Google App Engine
Google App Engine
Foto: Klaus Manhart

Im Zentrum der Google App Engine stehen die SDKs. Sie bilden die Basis für die Entwicklung und das Deployment der App-Engine-Anwendungen. Als Entwicklungsumgebungen stehen Python und Java VM zur Verfügung. Außerdem erhalten die Anwender eine Reihe nützlicher Entwickler-Tools, die Programmieraufgaben vereinfachen und beschleunigen können. Dazu gehören beispielsweise anspruchsvollere Bildbearbeitungs-, Authentifizierungs- und E-Mail-Services.

Auch das Handling von Datenbanken erleichtert die App Engine. Der automatisierte Datenbankdienst Google Cloud SQL ermöglicht das Generieren und Verwalten relationaler Datenmodelle, ohne dass man sich weiter um Konfiguration und Wartung des Datenbanksystems kümmern muss.

Die App Engine ist vor allem für Unternehmen interessant, die Apps in derselben Infrastruktur betreiben, die auch Google für seine Online-Dienste verwendet. Zielgruppe sind vor allem Software-Hersteller, die mit Java oder Python entwickeln. Es gibt aber bereits SKDs für PHP und für die Skriptsprache Go.

Der Service ist für kleinere Anwendungen mit gewissen Mengenbeschränkungen kostenlos. Weitere Ressourcen sind zukaufbar. Abgerechnet wird entsprechend dem tatsächlichen Mehrverbrauch auf Basis des Verbrauchs von Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherkapazität und Bandbreite.

Amazon Elastic Beanstalk

Bei Amazons PaaS-Plattform Elastic Beanstalk laden die Nutzer ihre Anwendung in die Cloud der Amazon Web Services (AWS) hoch. Elastic Beanstalk verwaltet dann automatisch die Details der Kapazitätsbereitstellung, Lastverteilung, automatischen Skalierung und Statusüberwachung. Im Vergleich zu Google behält der Anwender bei Amazon die Kontrolle über die Server-Infrastruktur, alle Instanzen sind frei konfigurier- und administrierbar.

Amazon Elastic Beanstalk
Amazon Elastic Beanstalk
Foto: Klaus Manhart

Auch können Entwickler auf eine breitere Vielfalt an Werkzeugen zurückgreifen. Neben Java und Python unterstützt Elastic Beanstalk .NET, PHP, Node.js und Ruby. Zusätzlich werden weitere Dienste bereitgestellt wie beispielsweise Simple Workflow Service (SWS), Simple Email Service (SES), Simple Queue Service (SQS) oder Simple Notification Service (SNS). Letzterer eignet sich dazu, Benachrichtigungen über bestimmte Ereignisse anderer AWS-Dienste per E-Mail oder SMS zu versenden. Ferner können Anwendungen auf Amazon Web Services im sogenannten AWS Marketplace bereitgestellt werden, wo sie durch Dritte gebucht werden können.

Bei den Datenbanken haben Amazon-Kunden die Wahl zwischen traditionellen relationalen Datenbanksystemen wie MySQL, SimpleDB, Oracle und Microsoft SQL Server. Verfügbar sind aber auch spezielle Datenbanklösungen, die Amazon selbst entwickelt hat. Dazu zählen vor allem der relationale Datenbank-Service Amazon RDS und die NoSQL-Lösungen Amazon DynamoDB und Amazon SimpleDB.

Elastic Beanstalk wendet sich ausschließlich an bestehende Kunden von Amazon Web Services, vor allem Amazon EC2 und Amazon S3, und wird als kostenloser Zusatzservice angeboten.