Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 12

ownCloud, Thunderbird & Oracle Linux

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Der ownCloud Desktop Client 1.8.0 bringt neue Funktionen mit sich. Zum Beispiel kann man aus dem Dateimanager Daten teilen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 12. SoftMaker steigt künftig in die Thunderbird-Entwicklung ein.

Oracle Linux 7.1 ist erhältlich. Es gibt neue Testversionen für die Linux-Distributionen Linux Mint Debian Edition (LMDE) 2 und Evolve OS 1.1.

ownCloud Desktop Client 1.8.0

Ab sofort steht der ownCloud Desktop Client 1.8.0 zur Verfügung. Diesen gibt es wie üblich für Linux, Mac OS X und Windows. Das Highlight in dieser Version ist, dass Anwender einen öffentlichen Link von einer synchronisierten Datei über den Dateimanager erstellen können. Dies ist mit Mac OS X und Windows möglich. Unter Linux wird derzeit offiziell der GNOME-Dateiemanager Nautilus unterstützt. Ein so kreierter Link lässt sich an andere Anwender schicken, die dann die Datei via ownCloud herunterladen können.

Ebenfalls hat man das Verhalten des Clients im Zusammenhang mit offenen Dateien unter Windows verbessert. Laut eigenen Angaben haben die Entwickler auch wieder an der Performance-Schraube gedreht. Verwendet man die neueste Server-Variante der ownCloud, kann der Client parallele Anfragen für allerlei Operationen verarbeiten.

Gegenüber der Vorgängerversion haben die Entwickler zirka 700 Git-Commits eingepflegt. Sie können die neueste Version aus dem Download-Bereich der Projektseite beziehen.

SoftMaker ersetzt eM Client durch Thunderbird

Die Nürnberger Software-Schmiede SoftMaker wird das E-Mail-Programms eM Client nicht mehr mit anbieten. Stattdessen beteiligt sich SoftMaker küftig an der Entwicklung von Mozilla Thunderbird und wird in den eigenen Produkten künftig eine erweiterte Version von Thunderbird und Lightning ausliefern. Der eM Client ist lediglich von SoftMaker lizensiert und wird nicht von der Firma selbst entwickelt. Allerdings ist man laut eigenen Aussagen mit der Zusammenarbeit nicht zufrieden.

Umfrage zu CRM in der Cloud

Als beste Alternative bietet sich laut SoftMaker Thunderbird mit der Lightning-Erweiterung für Kalender- und Aufgaben-Funktionen an. SoftMaker hat einige Extensions entwickelt, die vor allen Dingen die Oberfläche des Mozilla-Produkts adressieren. Man möchte das Design an SoftMaker Office anpassen. Außerdem gibt es einen Import-Filter für eM-Client-Datenbanken, damit man E-Mails, Adressbücher, Termine und Aufgaben übernehmen kann. Thunderbird und die relevanten Extensions werden mit SoftMaker 2016 ausgeliefert. Mit Ausnahme des eM-Import-Filters werden die Thunderbird Extensions natürlich auch unter Linux funktionieren. Da Thunderbid in den Repositories der großen Linux-Distributionen vorhanden oder der E-Mail-Client schon vorinstalliert ist, wird man die Software bei SoftMaker 2016 für Linux nicht mit ausliefern.

Außerdem hat SoftMaker einen erfahrenen Entwickler Vollzeit abgestellt, um Thunderbird weiter zu verbessern. Wer weiterhin eM Client nutzen möchte, kann das tun. Die Lizenz ist weiterhin gültig, Updates gibt es von SoftMaker aber keine mehr.

Oracle Linux 7.1

Oracle Linux basiert bekanntlich auf RHEL (Red Hat Enterprise Linux). Immer wenn Red Hat eine neue Version zur Verfügung stellt, kommt kurz darauf das Oracle-Pendant. Wie üblich liefert Oracle seinen UEK (Unbreakable Enterprise Kernel) und einen Red Hat Compatible Kernel aus. Interessierte finden weitere Informationen in der offiziellen Ankündigung.

Testversionen von Evolve OS 1.1 und LMDE 2

Linux Mint Debian Edition 2 Betsy wird auf der kommenden stabilen Debian-Version 8 basieren. Die Entwickler werden künftig keine Semi-Rolling-Strategie mehr verfolgen. Allerdings wird es eigenen Mint-Repositories geben. Derzeit stehen Veröffentlichungs-Kandidaten mit den Desktop-Umgebungen Cinnamon und MATE zur Verfügung.

Evolve OS ist interessant, da es eine komplett eigene Desktop-Umgebung mit sich bringt, die sich Budgie nennt. Die Software befindet sich in der Entwicklung und man sollte noch Ecken und Kanten erwarten. Das gilt auch für Evolve OS Beta 1.1. Interessierte finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.