Linux- und Open-Source-Rückblick für Kalenderwoche 7

OwnCloud 8, Linus Torvalds und VirtualBox

17.02.2015
Von 
Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig.
Die Entwickler der Private Cloud ownCloud haben Version 8 ausgegeben. Bei einem Upgrade sollte man aufpassen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 8. Linus Torvalds fragt, ob die nächste Kernel-Version 3.20 oder 4.0 sein soll.

Linux-Kernel 3.19 ist offiziell ausgegeben. Nicht MongoDB, sondern schlechte Konfiguration ist am Security-Desaster schuld. VirtualBox 4.3.22 ist da.

ownCloud 8

Ab sofort steht ownCloud 8 Server zum Download bereit. Es gibt viele neue Funktionen. Dazu gehört auch das so genannte Federated Cloud Sharing. Damit kann der Administrator festlegen, ob Nutzer Freigaben an andere Server senden und von diesen empfangen dürfen.

Die Suchfunktion im WebGUI wurde verbessert. So gibt die ownCloud 8 Ergebnisse lediglich prominent für die App aus, in der man sich gerade befindet. Resultate aus anderen Apps werden darunter angezeigt.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Dateien als Favoriten festzulegen. In der App Dateien finden Sie auf der linken Seite eine Schaltfläche, die sich Favoriten nennt. Damit haben Sie schnellen Zugriff.

Administratoren müssen bei einer Installation oder bei einem Upgrade aufpassen, dass ownCloud 8 mindestens PHP 5.4 voraussetzt. Bei Ubuntu 12.04 LTS ist per Standard PHP 5.3 an Bord.

Vor einem Upgrade sollten Administratoren alle Apps von dritten deaktivieren. Dazu gehören auch Kalender und Kontakte, die künftig so gehandhabt werden. Nach einem Upgrade dürfen Sie die Apps wieder aktivieren. Tun Sie das nicht, sind Kalender und Kontakte möglicherweise verschwunden und Sie müssen die beiden Apps manuell nachinstallieren.

Interessierte können ownCloud 8 von der Projektseite herunterladen.

Linus Torvalds stellt die Versions-Frage

Vor einiger Zeit wurde Linux-Vater Linus Torvalds die Versions-Nummer der Kernel-Version zu hoch und er wollte nie wieder einen 2.6.39 haben. Kernel 3.19 ist ausgegeben und auf Google+ stellt Torvalds derzeit die Frage, ob die nächste Version 3.20 oder 4.0 heißen soll. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags haben knapp über 20.000 Leute abgestimmt. Version 4.0 liegt derzeit mit 56 Prozent vorne.

Linux-Kernel 3.19

Linux-Kernel 3.19 ist fertig und seit gut einer Woche freigegeben. Bei Btrfs gibt es Unterstützung für Scrubbing und bei RAID 5 oder 6 kann man Geräte schnell wechseln.

Weiterhin werden Intel Memory Protection Extensions (MPX) unterstützt. Ebenso ist ein HSA-Treiber für AMD-GPUs vorhanden. Android Binder ist als stabil deklariert und es gibt Unterstützung für ARM Coresight.

Als neue Architektur sind Altera Nios II Prozessoren aufgenommen. Unterstützung gibt es auch für Oflloading hinsichtlich Routing und Switching, sowie Device Tree Overlays. NFSv4.2 bringt Unterstützung für Hole Punching und Preallocation mit sich. Den neuesten Kernel finden Sie wie üblich unter kernel.org.

Interessierte können ownCloud 8 von der Projektseite herunterladen.

MongoDB ist nicht unsicher

Diese Woche wurde ein riesengroßes Datenleck bekannt. Tausende an Datenbanken wurden gefunden, die komplett offen waren. In den fast 40.000 Datenbanken fanden sich E-Mail-Adressen, Kreditkartennummern, Namen und so weiter. Einige Datenbanken sollen sogar Schreibrechte zur Verfügung stellen. Das Dokument kann man unter cispa.saarland einsehen. Man hat mit den Administratoren der betroffenen IP-Adressen Kontakt aufgenommen.

Einige hatten daraus nun gemacht, dass MongoDB unsicher ist. Das Problem saß allerdings vor dem Bildschirm und es lag an unsicherer Konfiguration. Dennoch hat man einen Hinweis Richtung MongoDB-Macher geschickt, dass man vielleicht die Anleitungen entsprechend anpasst, damit sich dieser Fehler bereits im Vorfeld vermeiden lässt.

VirtualBox 4.3.22

Oracle hat die Virtualisierungs-Software VirtualBox 4.3.22 zur Verfügung gestellt. Speziell für Linux gibt es laut Changelog sieben Verbesserungen. Am prominentesten sind wohl Unterstützung für Linux-Kernel 3.19 und Windows 10 Preview. Sie finden die neueste Version auf der entsprechenden Download-Seite.