Web

 

Ovum: Web-Content-Management lässt viele Wünsche offen

15.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das britische Marktforschungsinstitut Ovum stellt in einer aktuellen Studie fest, dass die derzeit am Markt erhältlichen Produkte für das Management von Web-Inhalten noch weit von einer sinnvollen Komplettlösung entfernt sind. "Weil immer mehr Unternehmen ins Web drängen, wird eine Content-Management-Strategie immer wichtiger", erläutert Analyst Christopher Harris-Jones. "Dafür braucht man Tools, die diese Aufgabe weitestgehend automatisieren - und zwar in einer Art und Weise, die die Geschäftsprozesse der Organisation widerspiegelt." Die existierenden Produkte seien noch nicht ausgereift und führten in Kombination mit den unterschiedlichsten Typen von Inhalten und Websites für die Anwender zu einem Markt mit komplexen Anforderungen, meinen die Auguren.

Die Anbieter konzentrierten sich leider zu sehr auf das Marketing und zu wenig auf passende Lösungen, findet Ovum. "Die Hersteller müssen die Verwirrung im Markt verringern, indem sie Geschäftsthemen adressieren und nicht bloß die reine Technik. Ihre Lösungen müssen intelligenter werden. Außerdem sind Partnerschaften nötig, damit die Kunden die gewünschte Funktionalität bekommen." Den Anwendern rät Harris-Jones: "Nutzer müssen ihren Content und den damit verbundenen Aufwand verstehen, lange bevor sie einen Anbieter auswählen - und dabei nie vergessen, dass nicht alle Tools aus ein und derselben Schachtel kommen können."

Für den Dienstleistungsmarkt um das Web-Content-Management erwartet Ovum im Jahr 2004 ein Volumen von acht Milliarden Dollar. Das wären eineinhalb mal so viel wie der entsprechende Softwaremarkt. "Der Service-Sektor wird massiv zulegen, weil Unternehmen erkennen, dass es hier nicht einfach darum geht, ´die Technik ans Laufen zu bekommen´. Man muss vielmehr die zugrundeliegende Business-Infrastruktur und kulturelle Elemente berücksichtigen - vor allem in B2B-Umgebungen", erklärt Harris-Jones.