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Ovum erwartet bis 2007 schrumpfenden Softwaremarkt

22.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die britischen Marktforscher von Ovum haben im Rahmen ihrer "Global Software Survey" ermittelt, das der weltweite Softwaremarkt im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 152 Milliarden Dollar zurückging. Obwohl sich der Niedergang abschwäche, werde das Volumen bis mindestens 2005 weiter abnehmen, so die Auguren. Für 2005 sein ein "kleines Wachstum" möglich, heißt es, dieses sei aber aufgrund von Währungsschwankungen irreführend.

"Währungseffekte schmeicheln 2003, weil der Dollar seit Dezember 2002 gegenüber dem Euro um 15 Prozent gefallen ist", schreibt Chief Analyst Julian Hewett in einer Stellungnahme. "Der Rückgang 2003 ist also in Wahrheit ein oder zwei Prozent stärker." Das Bild verschlechtere sich nochmals, wenn man auch die Inflation mit hineinrechne. "Reales Wachstum vor dem Jahr 2007 ist unwahrscheinlich", warnt der Experte.

Auch bei fehlendem Wachstum erwartet Ovum einen sich stark verändernden Markt. Vor allem Web-Services sollen dazu führen, dass Unternehmen sich verstärkt Service-basierenden Architekturen zuwenden, was die Aussichten für Outsourcing- und ASP-Anbieter (Application Service Providing) gegenüber traditionellen ISVs (Independent Software Vendors) verbessere. Immun gegen den Abwärtstrend seien derzeit vor allem die Bereiche Sicherheit, Business Intelligence, Portale und Content Management, so Ovum. Wachsendes Interesse konstatieren die Experten zudem für Anbieter, die mobile Mitarbeiter und drahtlose Produkte unterstützten.

Der Trend zur Konsolidierung werde sich insbesondere bei Softwareinfrastruktur weiter fortsetzen. Dies sei üblich in Industrien, wo zu viele Anbieter versuchten, ihren Anteil an einem schrumpfenden Markt zu steigern - was beispielsweise das aktuelle "Love Triangle" Oracle-Peoplesoft-J.D. Edwards erkläre. "EMCs Akqusition von Legato hat den Ball ins Rollen gebracht", schreibt Hewett.

Die fünf führenden Softwarehersteller im Jahr 2002 waren laut Ovum Microsoft (25,9 Milliarden Dollar), IBM (13,1 Milliarden Dollar), Oracle (6,9 Milliarden Dollar), SAP (6,8 Milliarden Dollar) sowie Hewlett-Packard (2,6 Milliarden Dollar). (tc)