Change-Management

Outsourcing braucht Transparenz

Johanna von Geyr ist Director bei der Information Services Group (ISG) Germany GmbH. Mit über zehn Jahren Praxiserfahrung ist sie mittlerweile eine anerkannte Expertin für die Themen Organisationsentwicklung, Change Management und Kommunikation. Im Bereich Management und Beratung von komplexen Transformationsprogrammen zählen die unterschiedlichsten Industrien und insbesondere Outsourcing-Programme zu ihrer Erfolgsgeschichte. Parallel zu Ihrer Beratertätigkeit veröffentlicht sie regelmäßig Fachbeiträge als freie Autorin.
Für das Outsourcing gibt es sieben zentrale Herausforderungen. Ein systematisches Change-Management kann helfen.
Mit Change Management durchstarten.
Mit Change Management durchstarten.
Foto: Fotolia, Pixel

Die Auswirkungen von unzureichend vorbereiteten Outsourcing-Projekten sind vielfältig: Sie haben oft Kündigungen wichtiger Mitarbeiter, Probleme in der Lieferfähigkeit, Unsicherheiten, fehlende Ressourcen sowie sich anhäufende Überstunden und möglicherweise hohe Abfindungen zur Folge. Selten kümmern sich die auslagernden Firmen um kulturelle Unterschiede in den Ländern. Schlimmstenfalls kann mit all diesen Versäumnissen ein Auslagerungsprojekt kippen. Meistens wird es verzögert und teurer als geplant abgeschlossen. Systematisches Change-Management und die Kommunikation als integraler Bestandteil eines Outsourcing-Programms sind daher nicht "nice to have" sondern absolut erfolgskritisch.

Ratsam ist es, ein Team mit fachlichem Know-How und Outsourcing-Verständnis mit der Kommunikation und dem Change-Management zu betrauen. Parallel zur Transaktionsplanung sollte es einen strategischen und operativen Fahrplan mit klar definierten Zielen und Maßnahmen entwickeln. Am Anfang steht eine Bewertung darüber, wie das Vorhaben wahrgenommen wird und welche Auswirkungen es hat. Dazu gehört die detaillierte Analyse aller Interessensgruppen wie Führungskräfte, alle IT-Mitarbeiter, Projektmitglieder, das Top-Management, Aktionäre, Journalisten, Kunden und Provider samt ihrer Erwartungen und Anforderungen. Ganz wesentlich ist es schon aus rechtlichen Gesichtspunkten, die Arbeitnehmervertreter frühzeitig mit dem Projekt vertraut zu machen.

Im nächsten Schritt werden die Ziele des Change-Fahrplans festgelegt. Sie lassen sich aus dem Soll-Bild des Outsourcing-Vorhabens ableiten. Ein Workshop mit den Entscheidungsträgern aus dem Projekt und Führungskräften aus der Organisation ist ein bewährter Weg für ein gemeinsames Verständnis und sichert die Unterstützung der Manager. Darauf startet das Team die operative Planung und erarbeitet konkrete Maßnahmen. Die folgenden Herausforderungen samt Lösungsvorschlägen, die sich in der Praxis bewährt haben, können bei dieser Aufgabe helfen.

IT-Kompass 2010

Wussten Sie, dass sich IT-Manager stark für Security, aber herzlich wenig für Outsourcing interessieren? Der IT-Kompass zeigt, wie 470 deutsche Top-IT-Entscheider Trends beurteilen, welche Herausforderungen sie fürchten und welchen Status quo sie in ihren IT-Shops verwalten: COMPUTERWOCHE Anwenderstudie IT-Kompass 2010

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