Outsourcing 2.0: Beim zweiten Versuch wird vieles anders

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Lorenz Snack-World nabelt sich acht Jahre nach der Ausgründung auch auf der IT-Seite vom ehemaligen Konzernverbund ab.

Wenn aus einem Unternehmen mehrere werden, ist das auf der IT-Seite mindestens genau so schwierig wie eine Fusion. Diese Erfahrung machte auch die in Neu-Isenburg ansässige Lorenz Snack-World. Das galt umso mehr, als der Knabbergebäckproduzent – wie auch die beiden anderen Rechtsnachfolger der ehemaligen Bahlsen KG – durch ein langfristiges Abkommen an einen Outsourcing-Anbieter gebunden war.

Will mit dem neuen Vertrag einen großen Teil der IT-Kosten sparen: Angela Weißenberger, CIO Lorenz Snack-World.
Will mit dem neuen Vertrag einen großen Teil der IT-Kosten sparen: Angela Weißenberger, CIO Lorenz Snack-World.
Foto: Lorenz Snack World

Der Lebensmittelkonzern Bahlsen hatte 1998 seine Informationstechnik in großem Stil mit einem auf zehn Jahre angelegten Vertrag an T-Systems ausgelagert. Einer der Gründe für die lange Laufzeit war, dass T-Systems den überwiegenden Teil der IT-Mitarbeiter übernahm. Das damit verbundene Risiko tragen die IT-Dienstleister im Allgemeinen nur im Rahmen langfristiger Verträge – wie auch die Deutsche Bank beim Outsourcing an IBM Global Services zu spüren bekam.

Sofortige Trennung hätte mehr gekostet

Im Jahr darauf teilte sich Bahlsen – entlang der bereits etablierten Geschäftsbereiche – in drei Rechtsnachfolger auf. Auch die Trennung des IT-Systemverbunds wurde damals erwogen: Die nunmehr getrennt firmierenden Unternehmen analysierten gründlich, inwieweit sich die Aufspaltung unter dem laufenden Vertrag auszahlen würde. Das Ergebnis fiel negativ aus. Deshalb beschlossen die drei Firmen, erst einmal in dem Verbund zu verbleiben und die Selbständigkeit auf der IT-Seite zu vertagen.

Angela Weißenberger, CIO der Lorenz Snack-World, war dennoch überzeugt, dass diese Trennung im Prinzip sinnvoll sei. Tatsächlich machten unterschiedliche Entwicklungen und Schwerpunkte der Unternehmen sowohl das Miteinander als auch Veränderungen kompliziert. Am Ende wog dieser Aspekt schwerer als die vorhandenen und/oder möglichen Synergien.