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Orange tritt Kartell gegen Vodafone bei

25.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Mobilfunkbetreiber Orange plant, der Allianz von Telecom Italia Mobile (TIM), der spanischen Telefónica Moviles und T-Mobile beizutreten. Ziel der Kooperation ist es, Geschäftskunden und Großunternehmen mobile Daten- und Multimediadienste mit einheitlichem Service, garantierter Bandbreite und vereinfachten Tarifen über Landesgrenzen hinweg anzubieten. Mit dem Bündnis soll dem Weltmarktführer Vodafone ein gravierender Wettbewerbsvorteil genommen werden.

Auf der Strategie-Präsentation in London gab Sanjiv Ahuja, Chief Operating Officer der France-Télécom-Tochter, außerdem bekannt, sein Unternehmen werde Ende nächsten Jahres in Großbritannien UMTS-Dienste vermarkten. In Frankreich ist der Start erst in zwei oder drei Jahren beabsichtigt. Laut Ahuja habe Orange in beiden Ländern bereits 4500 Sendestationen gekauft und wolle den Service so schnell wie möglich starten. Derzeit sei die Technik allerdings noch nicht für einen umfangreichen Einsatz bereit, daneben fehle es an Mobiltelefonen und Diensten.

CEO Solomon Trujillo kündigte an, Orange sei im Plan, das anvisierte Umsatzwachstum von fünf Prozent in diesem Jahr zu erreichen. In den kommenden zwei Jahren rechnet Trujillo mit einem stärkeren Zuwachs. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) soll um 15 bis 17 Prozent zulegen. Zu diesem Zweck plant das Unternehmen, den Pro-Kopf-Umsatz der Kunden zu steigern, indem die gewünschten Dienste untersucht und schnellstens zur Verfügung gestellt werden. Eine Zuwachs bei den Nutzerzahlen sei mittlerweile nicht mehr so wichtig, so der seit Februar amtierende Orange-Frontmann. Trujillio bezeichnete sein Unternehmen als eines der Kronjuwelen von France Télécom. Er erklärte, bei einer Steigerung des operativen Cashflows um jährlich 40 bis 45 Prozent werde Orange bis 2005 zirka 14 Milliarden Euro generieren und somit einen wichtigen Beitrag zum Schuldenabbau der Konzernmutter leisten. (mb)