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Oracles E-Business-Suite für den amerikanischen Mittelstand kommt spät

01.10.2004

Oracle Corp. hat Anfang der Woche seine E-Business-Suite Special Edition North America vorgestellt. Dieses speziell an mittelständische US-amerikanische Unternehmen gerichtete Softwarepaket umfasst die wesentlichen Applikationen der Suite 11i, also Finanzsoftware, Inventarverwaltung, Produktion und Einkauf. Problem der neuen Offerte, die Oracle für den europäischen und asiatischen Markt in ähnlicher Form schon seit etwa zwei Jahren anbietet, ist, dass Konkurrenten wie Peoplesoft oder SAP schon seit Jahren mit einem entsprechenden Angebot aufwarten können. Außerdem tritt Oracle nun mit seiner Suite für den Mittelstand direkt gegen Software- und Service-Offerten an, die Microsofts Business-Solutions-Division im Portfolio hat.

Der Schlüssel zum Erfolg der Oracle-Offensive dürfte in einer starken Partnerbasis liegen. Hier kann die Ellison-Company zwar in den USA auf 2800 Kanalpartner zurückgreifen. Microsoft aber hat hier ungleich mehr Mitstreiter zu bieten, die ihre Business-Lösung an den amerikanischen Kunden bringen.

Der Grund für Oracles Vorstoß in Sachen Mittelstand dürfte an den zuletzt weniger erbaulichen Geschäftszahlen liegen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 sanken die Umsätze mit Softwareapplikationen um neun Prozent von 544 auf 497 Millionen Dollar. Nimmt man zudem nur die Umsätze, die Oracle aus dem Geschäft mit neuen Lizenzen erwirtschaftete, sanken die Einnahmen sogar um 36 Prozent von 107 auf 69 Millionen Dollar.(jm)