Für 1,9 Milliarden Dollar

Oracle will Taleo übernehmen

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Oracle-Zentrale in Redwood Shores, Kalifornien
Oracle-Zentrale in Redwood Shores, Kalifornien
Foto: Oracle

Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass Oracle nun satte 1,9 Milliarden Dollar für Taleo hinblättern will, wie das Unternehmen heute in Redwood Shores bekanntgab. Taleo macht genau das Gleiche wie SuccessFactors, es bietet mithin Lösungen für die Personalentwicklung an, und das auch noch aus der gegenwärtig unumgänglichen Cloud.

Die Marktkapitalisierung von Taleo liegt mit 1,62 Milliarden Dollar allerdings deutlich unter der von SuccessFactors (3,35 Milliarden Dollar). In der gerade vorgelegten Bilanz für sein viertes Quartal weist Taleo 85 Millionen Dollar Umsatz aus (70 Millionen mit Softwareabos, 15 Millionen mit Professional Services), ein Plus von 26 Prozent gegenüber der Vorjahreszeit. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von zwei Cent pro Aktie, gleich hoch wie im vierten Quartal 2010.

Oracle bietet für jedes Taleo-Papier 46 Dollar, was sich abzüglich der Barmittel und Verbindlichkeiten von Taleo auf rund 1,9 Milliarden Dollar summiert. Der Verwaltungsrat von Taleo hat dem Angebot bereits einstimmig zugestimmt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und verschiedener aufschiebender Bedingungen möchte Oracle die Übernahme bis Mitte 2012 abschließen.

"Human Capital Management ist für Unternehmen mittlerweile strategisch", kommentiert Thomas Kurian, EVP Oracle Development. "Taleos Talent-Management-Cloud ist eine wichtige Ergänzung für die Public Cloud von Oracle."

Unterdessen gestaltet sich SAPs Versuch, SuccessFactors zu erwerben, zunehmend zäher. Der Konzern musste zum wiederholten Mal die Angebotsfrist verlängern, aktuell bis zum 15. Februar 17 Uhr US-Ostküstenzeit. Außerdem verzichten die Walldorfer und ihre US-Töchter SAP America und Saturn Expansion Corporation auf die Bedingung, dass die Freigabe durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) vor Ablauf der Angebotsfrist vorliegen muss. Die Aktien von SuccessFactors befinden sich mehrheitlich in Streubesitz, was die Übernahme kleinteilig und langwierig macht.