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Oracle will Peoplesoft-Offerte nicht erhöhen

11.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Oracle -Management hält es unwahrscheinlich, sein 7,25 Milliarden Dollar schweres Angebot für die feindliche Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft vor einer Entscheidung der Regulierungsbehörden - falls überhaupt - anzuheben. Es mache keinen Sinn, den Peoplesoft-Aktionären nun mehr als 19,50 Dollar je Anteil zu bieten, sagte Executive Vice President Chuck Phillips am Rande der Oracle-World in San Francisco gegenüber Journalisten.

Beobachter hatten erwartet, dass Oracle sein Angebot aufstockt, nachdem der Kurs der Peoplesoft-Aktie in der vergangenen Woche deutlich zugelegt hatte. Der ERP-Anbieter hatte vor kurzem seine Geschäftsprognosen dank der Übernahme von J.D.Edwards nach oben korrigiert (Computerwoche online berichtete).

Oracle rechnet nicht vor Oktober oder November mit einer Antwort des US-Justizministeriums, das den Deal neben anderen Regulierungsbehörden in der EU und Kanada prüft. Phillips ist zuversichtlich, die Genehmigung zu erhalten: Es mangele nicht an Wettbewerb im ERP-Geschäft, so Phillips, und sein Unternehmen liefere weiterhin "LKW-Ladungen" an Rechts- und Wirtschaftsgutachten an das Justizministerium, um dies zu belegen. Bis die Erlaubnis für die Übernahme erteilt werde, komme es möglicherweise zu Problemen bei der Peoplesoft/JDE-Fusion, hofft der Topmanager. Anschließend falle es Oracle leichter, die Peoplesoft-Anleger von der Übernahme zu überzeugen.

Auch die von Peoplesoft installierte "Poison Pill" bereitet Phillips keine Sorgen: Solche Schutzmaßnahmen könnten feindliche Übernahmen nur selten aufhalten. In der Regel dienten sie lediglich dazu, sich Zeit zu kaufen, um einen neuen Preis auszuhandeln. Oracle habe auch schon einige Ideen, wie es die Mehrheit im Peoplesoft-Board erhalten könne, sagte der Executive Vice President, ohne jedoch Detail zu nennen. (mb)