Klassische Lizenzeinnahmen brechen ein

Oracle wächst im Cloud-Geschäft

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Oracle meldet für das abgelaufene Finanzquartal erneut stark gestiegene Cloud-Umsätze. Doch das Wachstum wird durch einen Einbruch der Lizenzeinnahmen im Softwaregeschäft gebremst.

Auch Oracle bekommt die strategische Ausrichtung auf Cloud-basierte Produkte zu spüren. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres stiegen die Umsätze des IT-Konzerns um magere zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar und verfehlten damit die Erwartungen von Finanzanalysten. Im nachbörslichen Handel verlor die Oracle-Aktie prompt rund zwei Prozent. Zwar stiegen die Cloud-Umsätze im abgelaufenen Quartal um satte 59 Prozent auf 969 Millionen Dollar. Doch im größeren und besonders gewinnträchtigen Geschäft mit klassischen Softwarelizenzen brachen die Einnahmen um 11 Prozent auf 1,03 Milliarden Dollar ein.

"Es ist schwer, den Weg in die Cloud positiv zu gestalten", sagte der Finanzanalyst Brad Reback von Stifel Nicolaus & Co. dem Wall Street Journal. Die Margen für Software-Abonnements seien niedriger als die von Softwarelizenzen. Oracle habe in drei der neun vergangenen Quartale die Gewinnerwartungen pro Aktie verfehlt.

Chairman Larry Ellison sieht Oracle im Cloud-Geschäft auf dem richtigen Weg.
Chairman Larry Ellison sieht Oracle im Cloud-Geschäft auf dem richtigen Weg.
Foto: Oracle

Larry Ellison, Mitgründer und einstiger CEO von Oracle, erklärte die aktuellen Zahlen etwas anders. Oracle habe im letzten Quartal vor allem in den USA deutlich mehr Cloud-Umsätze erzielt als erwartet, so der amtierende Executive Chairman und Technikchef in einem Call mit Analysten. "Deshalb mussten wir mehr Steuern zahlen. Dies ist die beste schlechte Nachricht, die wir bekommen konnten."

Whitepaper: Der Nutzen des Chief Data Officers

Der Chief Data Officer (CDO) wird immer öfter zu einer zentralen Führungkraft in Unternehmen auf der ganzen Welt. Der Grund ist die zunehmende Relevanz von Daten. Denn Daten sind überall und allgegenwärtig; sie untermauern jede Transaktion, jeden Betrieb und jegliche Interaktion innerhalb und außerhalb von Organisationen. Daten sind aber auf eine Infrastruktur angewiesen, sie müssen gespeichert, archiviert, analysiert und gesichert werden. Dafür braucht es den CDO. In dieser IBM-Studie wird die Rolle des CDO durchleuchtet und gezeigt, welche Vorteile Unternehmen konkret von ihm haben.

Oracle bemüht sich seit geraumer Zeit, vor allem gegenüber den Cloud-Schwergewichten Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Boden gutzumachen und hat sein Produktportfolio umgestaltet. Erst im Juli kündigte der IT-Konzern an, den Cloud-Pionier Netsuite für rund 9,3 Milliarden Dollar zu übernehmen. Dem Deal müssten aktuell nur noch die US-amerikanischen Kartellbehörden zustimmen, erklärte Co-Chefin Safra Catz anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen. Auf der OpenWorld-Konferenz, die am 18. September startet, will Oracle unter anderem neue Public-Cloud-Produkte für das Segment Infrastructure-as-a-Service (IaaS) vorstellen. Oracle erwartet zu der Veranstaltung rund 60.000 Entwickler, Kunden und Partner.