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Oracle vs. Kalifornien: Die Schlammschlacht geht weiter

04.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Datenbankriese Oracle liegt weiter im Clinch mit dem Staat Kalifornien im Streit um einen 95 Millionen Dollar schweren umstrittenen Lizenz-Deal (Computerwoche online berichtete). Über das vergangenen Wochenende veröffentlichten zunächst Oracles Finanzchef Jeff Henley und der Vorsitzende des staatlichen Untersuchungsausschusses, Dean Florez, spitzzüngige Schreiben. Anschließend veranstalteten beide noch je eine Pressekonferenz, in der sie die Argumente der Gegenseite zu entkräften versuchten. Florez verwehrte sich dabei vor allem gegen Vorwürfe, die laufende Untersuchung verlaufe voreingenommen gegen Oracle und lasse dem Konzern keine Chance, den wahren Wert des Deals öffentlich darzulegen.

Die Untersuchung kommt für Oracle, das Ende Mai sein viertes Quartal und damit das Geschäftsjahr 2001/02 abgeschlossen hat, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Analysten erwarten einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Neil Herman von Lehman Brothers geht in einer Research Note vom gestrigen Montag sogar davon aus, das Oracle (und auch SAP) demnächst Entlassungen ankündigen werden. Oracle wollte die Meldung nicht kommentieren; räumte aber zumindest ein, dass Ende letzter Woche 200 von rund 10.000 Entwicklern entlassen wurden. Von SAP gab es keine Stellungnahme. (tc)