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Oracle vs. Gartner oder wenn zwei sich streiten...

28.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Datenbankriese Oracle ist zurzeit richtig sauer auf Gartner. Genauer deren Analystin Betsy Burton. Die nämlich hatte es Anfang dieses Monats gewagt, die Ellison-Company öffentlich zu kritisieren. Oracle bezeichnet den entsprechenden Report "Oracle Under Fire" (der das Unternehmen übrigens generell positiv bewertet) auf seiner Website als "voreingenommen". Außerdem nutze Gartner das Papier als "Marketing-Vehikel" für andere Produkte.

Was hat denn nun Oracle derartig auf die Palmen oder besser die Redwoods gebracht? Burton hatte unter anderem Kritik an umstrittener Preispolitik, der generellen Stabilität der ERP-Software "11i" sowie der Tatsache geäußert, dass der Hersteller keine Vertreter mehr auf die Konferenzen seiner User Group OAUG entsendet. Dies sei zwar für ein "aggressives und führendes Unternehmen" normal, aber andererseits "ausreichend, damit Unternehmen ihre Entscheidungen [Oracle zu verwenden] überdenken und auch der Konkurrenz Tür und Tor öffnen". Ein Fazit der Analystin: "Oracle hat signifikante Fehler gemacht, durch die die Risse in seiner Firmenfestung immer sichtbarer werden."

Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Und das ist in diesem Fall IBM, das immer mehr ISVs (unabhängige Softwareanbieter) sein DB2 als Alternative zu Oracles Datenbank schmackhaft macht. James Kelly, Big Blues Vice President of Marketing, zitierte beispielsweise jüngst Peoplesoft-Chef Craig Conway mit der Aussage: "IBM ist der perfekte Partner. Oracle stellt sich hin und verkündet, Du seiest ein Idiot." Steve Swasey, Sprecher des Unternehmens aus Pleasanton, bestätigte das Zitat. Er ergänzte, Peoplesoft werde seine Kunden zum Umstieg auf DB2 "ermuntern". Nicht nur weil es eine bessere Datenbank sei, sondern "weil Oracle hingeht und sein Geld ausgibt, um im Softwaregeschäft gegen uns anzutreten".