TomorrowNow-Klage

Oracle und SAP scheitern mit Vergleich

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In dem Industriespionage-Prozess um die frühere SAP-Tochter TomorrowNow sind gestern Vergleichsverhandlungen mit Oracle gescheitert.

Das teilte eine SAP-Sprecherin gestern mit. Beide Unternehmen hatten sich gestern hinter verschlossenen Türen in einem US-Bezirksgericht in San Francisco getroffen, wo die von Oracle angestrengte Milliardenklage verhandelt wird. Sie konnten aber keinen Vergleich erzielen, der den Rechtsstreit aus der Welt geschafft hätte.

Oracle liegen inzwischen eidesstattliche Aussagen der SAP-Doppelspitze aus Henning Kagermann und Léo Apotheker vor. Der Ellison-Konzern will allerdings auch noch weitere Manager befragen, darunter den früheren President Shai Agassi. Das geht aus einer gemeinsamen Stellungnahme von Oracle und SAP vom Freitag hervor.

SAP hat demnach bislang 9 Terabyte an Dokumenten zur Durchsicht für Oracle zur Verfügung gestellt. Beide Seiten sind indes weiterhin uneins darüber, welche Unterlagen für den Fall relevant sind und wie Oracle Zugang dazu bekommen soll.

SAP ist bemüht, einen Vergleich in der Angelegenheit zu erzielen. Oracle hingegen hat seine im vergangenen Jahr eingereichte Klage stetig ausgeweitet. Zuletzt warf es der SAP vor, dem Walldorfer Management sei das "illegale Geschäftsmodell" von TomorrowNow bekannt gewesen, als es die Firma übernahm.

TomorrowNow, dessen Geschäftsbetrieb mittlerweile eingestellt ist, bot Third-Party-Support für Software von Oracle und anderen, von Oracle übernommenen Unternehmen wie Peoplesoft und J.D. Edwards an. Es soll illegal Patches und andere Materialien bei Oracle heruntergeladen haben, um sich damit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und neue Kunden anzuwerben. "Unzulässige Downloads" seitens TomorrowNow hat SAP bereits eingeräumt, widerspricht aber Oracles Vorwurf eines systematischen Missbrauchs.