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Oracle übernimmt IOV-Spezialisten Xsigo

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Oracle hat für eine unbekannte Summe die Firma Xsigo gekauft, die auf I/O-Virtualisierung (IOV) spezialisiert ist.

Xsigo wurde 2004 gegründet und verbindet mit seinen Produkten Server und andere vernetzte Geräte im Rechenzentrum über ein Infiniband-Fabric auf Basis von I/O-Director-Hardware. Dieses Fabric ist virtualisiert, sodass die angeschlossenen Server sich verhalten, als wären sie auf herkömmliche Weise mit einem Storage-Array oder Netz-Port verbunden. Dank der Virtualisierung lassen sich die Netzverbindungen aber dynamisch zwischen Servern verschieben. Das vermeidet Kabelsalat und ermöglicht schnellere Änderungen.

Xsigo hat eine Partnerschaft mit Dell und hunderte größtenteils große Kunden. Seine Lösungen sind besonders interessant für Data Center, in denen in Cloud-Manier Ressourcen als Services bereitgestellt und dynamisch rekonfiguriert werden. Verschiedene frühere Mitbewerber gingen einem Bericht des Branchendienstes "The Register" zufolge in den letzten Jahren den sprichwörtlichen Bach runter.

Einige interessante Details über Xsigo kann man aus einer internen Präsentation von Cisco entnehmen, die Xsigo in seinem Firmenblog veröffentlicht hat. Oracle begründet die Übernahme (PDF-Link) damit, dass es seine Virtualisierungs-Angebote im Bereich Software-Defined Networking (SDN) ausbauen wolle. Und da Oracle bereits Infiniband verwendet, erscheint der Zukauf in der Tat sinnvoll.

Womöglich ist die Akquisition von Xsigo für Oracle aber auch ein erster Schritt von "Engineered Systems" hin zu "Engineered Data Centers". Angesichts der Übernahme von Nicira (das wirklich SDN macht) durch VMware bräuchte Larry Ellison dann aber neben IOV erheblich mehr eigene Netztechnik und müsste dann wohl oder übel eine Company vom Schlage Brocades oder Junipers schlucken. Wir halten Sie auf dem Laufenden.