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Oracle: Terroranschläge werden Softwareumsatz beinträchtigen

18.09.2001
Wegen der jüngsten US-Terrorattacken rechnet Oracle mit einem weiteren Rückgang seiner Softwareeinnahmen. "Wir haben keine Ahnung, wie negativ die Auswirkungen beispielsweise in der Hotel- und Flugbranche sein werden", erklärte Finanzchef Jeff Henley.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am gestrigen Montag hohlte Oracle seine Bilanz-Telefonkonferenz mit Analysten und Journalisten nach, die der US-Datenbankspezialist aufgrund der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington, D.C., verschoben hatte. Das Unternehmen erklärte, es sehe derzeit keine Zeichen für eine Konjunkturerholung. Wegen der Attacken rechnet Oracle sogar mit einem weiteren Rückgang seiner Softwareeinnahmen. "Wir haben keine Ahnung, wie negativ die Auswirkungen beispielsweise in der Hotel- und Flugbranche sein werden", erklärte Finanzchef Jeff Henley. "Ebenso wenig wissen wir, ob der Anschlag einen allgemeinen Konjunkturrückgang zur Folge haben wird."

Vor den Ereignissen in New York und Washington, D.C., war man im kalifornischen Redwood Shores für das laufende zweite Fiskalquartal 2002 von einem Gewinn von elf Cent je Aktie ausgegangen, der damit auf dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums läge. Bezüglich der Softwareeinnahmen rechnete Oracle mit einem Rückgang von bis acht bis zehn Prozent, womit der Umsatz in etwa dem des abgelaufenen ersten Fiskalquartals entspräche ( 711 Millionen Dollar). Henley warnte gestern jedoch vor einer zunehmenden Unsicherheit aufgrund der Terrorattacken. Die Softwareumsätze könnten im zweiten Fiskalquartal 2002 nun um bis zu 15 Prozent hinter den Vorjahreszahlen zurückbleiben. Henley äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die Wirtschaft in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2002, also in den ersten sechs Monaten des kommenden Kalenderjahres, wieder

verbessern werde.

Ende vergangener Woche hatte Oracle die Zahlen für sein erstes Fiskalquartal bekannt gegeben. Der Datenbankriese hatte einen Nettogewinn von 510,6 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie ausgewiesen - ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (500,6 Millionen Dollar oder acht Cent je Anteilschein) und einen Cent über den Erwartungen der Analysten. Die Umsätze gingen im Jahresvergleich um ein Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar zurück. Alarmiert zeigten sich die Analysten jedoch angesichts des 26-prozentigen Umsatzrückgangs in Oracles Datenbankgeschäft in Nordamerika (Computerwoche online berichtete).