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Oracle lässt IBMs SAP-optimierte DB2-Version kalt

02.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit einer speziell an Mysap-Applikationen angepasste Version von DB2 will IBM Oracle Marktanteile im SAP-Umfeld abnehmen. Vorteilhaft sei die Datenbank für SAP-Anwender, da sie nicht nur günstiger in der Anschaffung sei, sondern auch im Betrieb Kosten spare.

Wie zu erwarten war, lässt Oracle die IBM-Initiative indes völlig kalt. "IBM arbeite seit 15 Jahren mit SAP zusammen. Es ist ein Armutszeugnis, dass die Firma jetzt erst mit einer auf diese Applikation angepassten Datenbank auf den Markt kommt", so Günther Stürner, Vice President Sales Consulting und Leiter Business Unit Database bei Oracle Deutschland im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE. Stürner zufolge legt IBM das Angebot unter anderem deshalb auf, um die Informix-Nutzer unter den SAP-Kunden zu halten und zum Umstieg auf DB2 zu bewegen. Oracle selbst versucht, SAP-Nutzer mit Informix-Datenbank mit Sonderangeboten für sich zu gewinnen.

Zumindest in Sachen Lizenzkosten könnte IBMs Rechnung aufgehen, denn das Oracles Datenbankprodukt im Vergleich zu anderen Systemen das teuerste im SAP-Umfeld ist, daraus macht Stürner keinen Hehl. Trotzdem sehe man sich zu Preisnachlässen nicht genötigt.

Dennoch sollen laut Stürner bei künftigen Verhandlungen mit SAP Themen wie Wartungzeiträume sowie die Unterstützung von "Business One" zur Sprache kommen. Während IBMs Datenbank neben Sybase für SAPs Mittelstandsprodukt erhältlich ist, trifft dies auf Oracle nicht zu, obwohl es durchaus Editionen von "10g" für dieses Marktsegment gibt.

Eventuell wird auch Oracle sich mit dem Wartungsschema der eigenen Datenbank an SAP anpassen und so mit IBM gleichziehen. Das SAP-Konzept sieht für alle Produkte fünf Jahre Standardwartung vor, mit der Option, den Support gegen eine höhere Gebühr um ein und danach noch einmal um weitere zwei Jahre zu verlängern. Bisher sind die Wartungszyklen von SAP-Software und Oracle-Datenbank nicht synchron. (fn)