Integration von Bea Systems

Oracle konsolidiert seine Portaltechnik

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Nicht alle der bisher vier Portalumgebungen haben eine Zukunft. Kunden müssen sich auf eine Migration einstellen.

Rund sechs Monate nach der Übernahme des Java-Spezialisten BEA SYSTEMS hatte Oracle letzte Woche Details zur künftigen Produktstrategie veröffentlicht. Bei dieser Gelegenheit wurde das Unternehmen auch etwas konkreter, wie es um die Zukunft der mittlerweile vier Portal-Frameworks steht. Hatte Oracle in der Vergangenheit stets behauptet, dass man alle Angebote beibehalten wolle, gibt es nun klarere Präferenzen und Migrations-Kandidaten. So bilden künftig die "Oracle WebCenter Suite" und die "Oracle WebCenter Services" die bevorzugten Entwicklungsumgebungen für den Aufbau von Portal-, Composite- und Web-Anwendungen. Das "Oracle WebLogic Portal" (vormals Bea WebLogic Portal) und das eigene "Oracle Portal" sollen weiterentwickelt und mit Support versehen werden. Langfristig gehen aber beide Plattformen zusammen.

Ende von BEA AquaLogic?

Ob es hingegen für das Portalprodukt "Oracle WebCenter Interaction" (vormals "BEA AquaLogic") eine Zukunft gibt, ist fraglich. Die ehemals von BEA SYSTEMS als Plattform zum Aufbau Service-orientierter Architekturen (SOAs) lancierte Software hat aktuell den Status "continue and converge," was laut Einschätzung des Informationsdienstes CMS Watch so viel bedeutet , dass Oracle Neukunden das Produkt nicht mehr aktiv anbieten will. Einzelne Komponenten von AquaLogic würden aber mit Sicherheit in andere Oracle-Produkte integriert (mehr zum Thema SOA und BPM finden Sie in unserem SOA Expertenrat).

Für CMS Watch ist die Ankündigung von Oracle eine kleine Überraschung. Noch im Mai 2007 sah es so als würde der Hersteller allein auf die WebCenter-Produkte setzen und das Oracle Portal bald vom Markt nehmen. Nun hingegen sollten sich Neukunden nur noch WebCenter anschauen, während Bestandskunden der anderen Portalprodukte eine Migration oder gar den Austausch ihrer Plattformen durch das künftig kombinierte Angebot von WebLogic Portal und Oracle Portal in ihr Projekt und Budget einplanen sollten.