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Oracle kauft Stellent

03.11.2006
Rund 440 Millionen Dollar legt Oracle-Chef Lawrence Ellison für den Content-Management-Spezialisten auf den Tisch und setzt damit seine Einkaufstour im internationalen Softwaremarkt fort.

Die Oracle-Verantwortlichen bieten 13,50 Dollar in bar für jede Stellent-Aktie. Das bedeutet einen Aufschlag von 27 Prozent auf den gestrigen Schlusskurs des Softwareherstellers. Beide Seiten gehen davon aus, den Deal bis Ende des Jahres beziehungsweise Anfang 2007 abzuschließen.

Robert Olson bezeichnete die Übernahme als Meilenstein für sein Unternehmen. Der Deal sei für Aktionäre, Angestellte, Kunden und Partner von Vorteil. Unter dem Dach von Oracle hätte der in Eden Prairie, Minnesota, beheimatete Softwarehersteller ein besseres Standing im weltweiten Markt für Enterprise-Content-Management-Systeme (ECM). Die Menge elektronischer Daten in unstrukturierter Form wachse rasant an, begründete Thomas Kurian, Senior Vice President von Oracle, den Kauf. Anwenderunternehmen suchten zurzeit verstärkt nach Lösungen, um diese Datenmengen zu ordnen.

Oracle steigt mit dem Kauf von Stellent mit in den ECM-Ring. Der Markt für Content-Management steckt seit Jahren in der Konsolidierung. Begonnen hat dies mit der Übernahme von Documentum durch EMC für 1,7 Milliarden Dollar im Jahr 2003 (siehe auch: EMC setzt auf ECM). In diesem Jahr schluckte IBM den ECM-Spezialisten Filenet (siehe auch: IBM kauft Filenet und gibt Rätsel auf). Open Text schnappte sich Hummingbird für fast 490 Millionen Dollar (siehe auch: Übernahmekampf: Hummingbird wird Open Text fast eine halbe Milliarde Dollar kosten). Auch Stellent hatte versucht, sich durch Übernahmen im Konsolidierungskampf zu behaupten. Erst im Sommer dieses Jahres verstärkte der Anbieter sein Portfolio mit Digital-Rights-Management.-Technik (DRM) (siehe auch: Stellent deckt sich mit DRM-Technik ein).

Mit den Stellent-Lösungen ist Oracle nun in der Lage, eine breitere Palette an Content-Management-Funktionen anzubieten. Der Datenbankspezialist musste zuletzt befürchten, den Anschluss in diesem Segment zu verpassen. Bislang konzentrierte sich Oracle hauptsächlich darauf, strukturierte Daten auf Basis seiner Datenbankprodukte zu sortieren und zu ordnen. In Sachen unstrukturierter Content beschränkte sich der Hersteller in der Vergangenheit hauptsächlich darauf, diese Daten zu speichern und vorzuhalten. Die Verwaltung kam dabei zu kurz. Stellents "Universal Content Management Suite" soll dieses Defizit beseitigen und die Funktionen von Oracles "Content Database" ausbauen. Ihre weitere Strategie in Sachen ECM wollen die Oracle-Verantwortlichen Mitte November näher spezifizieren.

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