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Oracle kauft Mehrheit an i-flex solutions

02.08.2005
Oracle setzt seine vertikale Einkaufstour fort und zahlt bis zu 316 Millionen Dollar für maximal 61 Prozent an der indischen i-flex solutions, einem führenden Anbieter von Bankensoftware.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller Oracle setzt mit einer Übernahme in Indien seine Expansion im Segment Anwendungssoftware für Unternehmen fort. Der US-Konzern will bis zu 61 Prozent an dem auf Anwendungssoftware für Banken spezialisierten indischen Softwareanbieter i-flex kaufen und dafür bis zu 316 Millionen Dollar zahlen.

Mit dem Großaktionär Citigroup Venture Capital International sei bereits eine Vereinbarung über 41 Prozent erzielt worden, teilte Oracle am Dienstag in Redwood Shores mit. Weitere 20 Prozent sollen über eine öffentliche Kaufofferte zugekauft werden. Oracle bietet dabei 882,62 Rupien je Aktie. Die Transaktion soll bis Ende 2005 abgeschlossen sein.

i-flex habe 575 Kunden in 15 Ländern. Das Unternehmen wurde 1985 innerhalb des Citigroup-Konzerns gegründet und 2002 im Rahmen eines Spin-off an die Börse von Bombay gebracht. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte i-flex bei einem Umsatz von neun Milliarden Rupien (umgerechnet 170 Millionen Euro) einen Rekordgewinn von 1,9 Milliarden Rupien (40 Millionen Euro).

Mit dem Kauf setzt Oracle, das im Bereich Datenbanksoftware führend ist, die aggressive Einkaufspolitik fort. Der US-Konzern will damit im Bereich Anwendungssoftware für Unternehmen den Abstand zum Marktführer SAP verringern und hat deshalb im Frühjahr den deutschen Hersteller beim Kampf um den auf Einzelhandelslösungen spezialisierten US-Softwarehersteller Retek überboten.

Oracle hatte erst Ende des vergangenen Jahres nach einem rund eineinhalb Jahre andauernden Übernahmekampf den US-Konkurrenten PeopleSoft, der sich zuvor J.D. Edwards einverleibt hatte, für etwas mehr als zehn Milliarden Dollar übernommen. SAP profitierte in den vergangenen Quartalen von der Unsicherheit infolge des Übernahmekampfs und konnte vor allem im US-Geschäft deutlich zulegen.

SAP wirbt seit Anfang des Jahres innerhalb des Programms "SafePassage", das nach SAP-Angaben auf hohe Nachfrage stößt, mit finanziellen Anreizen und Bestandsgarantien um Oracle-, Peoplesoft- sowie JDE-Kunden. Orcale konterte mit dem Programm "Off SAP", das nach ähnlichem Muster abläuft und nach Aussagen Oracles ebenfalls auf großes Interesse stößt.

Die Oracle-Aktie gab am Dienstag in den ersten Handelsminuten nach, während das SAP-Papier zulegen konnte. (dpa/tc)