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Oracle kauft Demantra

02.06.2006
Mit der jüngsten Akquisition stärkt der Datenbankanbieter sein SCM-Angebot.

Die Oracle-Verantwortlichen haben die Übernahme des Supply-Chain-Management-Anbieters (SCM) Demantra bekannt gegeben. Der 1996 gegründete Softwarehersteller unterhält neben dem Hauptquartier in Waltham, Massachussetts, Niederlassungen in Australien, Israel und den Niederlanden. Das Unternehmen bedient mit seinem Hauptprodukt "Spectrum Suite" eigenen Angaben zufolge rund 140 Handelskunden aus den Bereichen Konsumgüter, Unterhaltung und Fast-Food.

Die Akquisition soll noch im Juni dieses Jahres abgeschlossen werden. Über die finanziellen Details des Deals vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. In Kombination mit den eigenen SCM-Produkten und ERP-Anwendungen seien Oracle-Kunden künftig in der Lage, komplexe Lieferketten zu verwalten, wirbt Oracles Senior Vice President für den Bereich Applikationsentwicklung Rick Jewell.

Experten zufolge stand für die Oracle-Verantwortlichen jedoch nicht nur die funktionale Erweiterung des eigenen Produktportfolios im Vordergrund. Mit der Übernahme erweitere Oracle auch seinen Branchenfokus und nehme eine Reihe interessanter Kunden unter seine Fittiche. Erst kürzlich hatte Demantra die US-amerikanische Handelskette C&S Wholesales Grocers als Kunden gewonnen. Ferner zählen Unternehmen wie McCain Foods, Korbel und Welch's zu den Demantra-Anwendern.

Oracle bemüht sich seit geraumer Zeit, sein Standbein im Handel zu stärken. Vor rund einem Jahr hatte das weltweit zweitgrößte Softwareunternehmen seinem Konkurrenten SAP in einem kurzen aber erbittert geführten Bieterwettkampf den US-amerikanischen Handelsspezialisten Retek vor der Nase weggeschnappt (siehe auch: Oracle gewinnt Bieterkampf um Retek). Die SAP-Verantwortlichen, die ihren Rückzug mit der Verantwortung für ihre Aktionäre begründeten, verstärkten ihre Handelsexpertise in der Folge unter anderem mit der Übernahme von Khimetrics (siehe auch: SAP übernimmt US-Retail-Spezialisten Khimetrics). (ba)