Oracle CRM

SOA als Fundament

Oracle integriert ERP und CRM

Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
Mit den "Fusion Applications" will Oracle seine bestehenden ERP- und CRM-Lösungen zusammenführen und durch ein einheitliches, modular aufgebautes Produkt ersetzen. Damit unterstreicht der Hersteller den Nutzen von Service-orientieren Architekturen (SOA), die vor allem seit Beginn der Rezession in der Kritik standen.

Die Fusion Applications sind Teil eines groß angelegten Entwicklungsprojekts, das Oracle nach der Übernahme der ERP-Hersteller J.D. Edwards und Peoplesoft, sowie dem CRM-Anbieter Siebel angestoßen hatte. Ursprünglich wollte der Datenbankprimus die besagte Business-Suite schon 2008 auf den Markt bringen. Nun nimmt das Projekt endlich konkretere Formen an: Die übernommenen ERP- und CRM-Lösungen wurden in ein modulares Produkt zusammengeführt, das nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Laut Christian von Stengel, Senior Director Application Sales bei Oracle Deutschland, sind die neuen Business-Anwendungen auf einem guten Weg: "Die Funktionen sind alle komplett neu entwickelt und das Produkt ist bereits code-complete." Zudem würden bereits Hunderte Beta-Kunden an den Tests teilnehmen.

SOA lebt

Nach dem Hype standen die Service-orientierten Architekturen (SOA) immer wieder in der Kritik. Vor allem in Zeiten der Krise wurden die Diskussionen über den geschäftlichen Nutzen von SOA immer lauter. Anfang des Jahres schrieb beispielsweise die renommierte Analystin Anne Thomas Manes von der Burton Group in ihrem Blog, dass die Rezession SOA den Todesstoß versetzt habe. Statt eines Heilsbringers habe sich SOA in den meisten Unternehmen zu einem "großen gescheiterten Projekt" entwickelt, urteilt sie. Nachdem Firmen Millionen in das Konzept investiert hätten, ständen IT-Systeme nicht besser da als zuvor. Die mit dem Konzept verbundenen Versprechen seien einfach nicht eingelöst worden, so die Expertin.

Dieser Ansicht können Oracle-Experten indes wenig abgewinnen. So bauen die neuen Business-Applikationen auf eine Service-orientierte Architektur auf, die die Integration von ERP-, CRM- und weiteren Systemen in komplexen Umgebungen, etwa bei weltweit agierenden Großunternehmen, deutlich vereinfachen soll. Das Kernstück der Plattform bildet dabei die "Oracle AIA" (Application Integration Architecture). Das Framework basiert auf der "Business Process Execution Language" (BPEL), einer Technologie zur Orchestrierung von Geschäftsprozessen über Unternehmensgrenzen hinweg. Es bietet Anwendern von Oracle-Produkten und ERP-Systemen vorgefertigte Integrationsschnittstellen, die die Gestaltung von unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen mittels Web-Services ermöglichen sollen. Die technischen Grundlagen für die Integrations-Plattform AIA sowie für die Entwicklung von Fusion Applikationen stellt die "Oracle Fusion Middleware" bereit.

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