Aktie fällt dennoch

Oracle gewinnt schließlich auch bei Hardware an Fahrt

19.03.2014
Ist das nun die erhoffte Wende bei Oracle? Langsam kommt das Geschäft mit Software und auch Geräten wieder in Schwung. Doch die Börsianer bleiben skeptisch.

Nach einer Durststrecke ziehen die Geschäfte beim SAP-Rivalen Oracle langsam wieder an. Von Dezember bis Februar stieg der Umsatz dank besserer Verkäufe von Hardware und Programmen um vier Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 6,7 Milliarden Euro). Der Gewinn im dritten Geschäftsquartal legte im Jahresvergleich um zwei Prozent auf rund 2,6 Milliarden Dollar zu.

Oracle-Chef Larry Ellison auf Hausmesse OpenWorld 2013
Oracle-Chef Larry Ellison auf Hausmesse OpenWorld 2013
Foto: Oracle

Finanzchefin Safra Katz verwies am Dienstag am Sitz im kalifornischen Redwood Shores auf ein deutlich besser gelaufenes Geschäft mit Cloud-Software. Darunter versteht man die Auslagerung von Daten und Programmen auf zentrale Rechner im Internet oder Firmennetz. Das Cloud-Geschäft ist der Wachstumsmotor vieler IT-Konzerne.

Den Anlegern ging die Erholung jedoch zu langsam vonstatten. Sie vermissten Zeichen für einen nachhaltigen Aufschwung. An die Wende wollten sie deshalb noch nicht glauben. Nachbörslich fiel die Oracle-Aktie um knapp vier Prozent, auch weil der Quartalsgewinn leicht unter dem Analystenkonsens lag.

Oracle hatte in den vergangenen beiden Jahren unter einem schwachen Wachstum und zwischenzeitlich sogar einem schrumpfenden Gewinn gelitten. Vor allem das hinzugekaufte Servergeschäft von Sun Microsystems enttäuschte ein ums andere Mal; dann machte auch noch das wichtige Neugeschäft mit Software-Lizenzen schlapp.

Die hochintegrierten Engineered Systems - hier eine Exadata-Maschine - verkaufen sich laut Oracle mittlerweile besser.
Die hochintegrierten Engineered Systems - hier eine Exadata-Maschine - verkaufen sich laut Oracle mittlerweile besser.
Foto: Oracle

Konzernchef Larry Ellison sah sich nach dem jetzigen Anziehen der Verkäufe bei Hard- und Software in seiner Auffassung bestätigt, dass die Kunden es schätzten, wenn sie Komplettpakete zusammengestellt bekämen. "Dann müssen sie das nicht selbst tun."

Von Hause aus stellt Oracle Datenbank-Software her. Der für seine markigen Worte bekannte Ellison hatte das Unternehmen jedoch durch milliardenschwere Zukäufe kräftig ausgebaut. So breitete sich der US-Konzern unter anderem bei Anwendungen aus, mit denen Unternehmen ihre Buchhaltung regeln. Daraus resultiert die Rivalität mit dem deutschen SAP-Konzern. (dpa/tc)