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Oracle erfüllt die Erwartungen

14.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Oracle hat gestern als erstes größeres US-Unternehmen nach den Terroranschlägen vom Dienstag seine Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres (Ende: 31. August) vorgelegt. Die Veröffentlichung stand ganz im Zeichen der tragischen Ereignisse: Statt der üblichen Presskonferenz gab es nur eine knappe Pressemitteilung; das Management stand nicht für Interviews zur Verfügung. Diskussion und Analyse sollen zu einem geeigneteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Das Unternehmen gab ferner bekannt, dass mindestens ein, möglicherweise aber bis zu acht Mitarbeiter bei den Angriffen ums Leben gekommen sind.

In seiner Quartalsbilanz wies der Datenbankriese einen Nettogewinn von 510,6 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie aus, ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (500,6 Millionen Dollar oder acht Cent je Anteilschein) und einen Cent über den Erwartungen der Analysten. Die Umsätze gingen im Jahresvergleich minimal von 2,26 auf 2,24 Milliarden Dollar zurück.

Analysten erklärten angesichts der Einnahmenstagnation, Oracle kämpfe nicht nur mit der branchenweiten Konjunkturflaute, sondern zusätzlich mit hausgemachten Problemen. Besonders schockiert zeigten sich die Experten angesichts eines 26-prozentigen Einbruchs im Datenbank-Kerngeschäft in den USA. James Pickrel von Chase H&Q führte hier neben der Rezession den wachsenden Konkurrenzdruck von IBM und Microsoft als Gründe an. Das Geschäft mit Applications gab dafür mit sechs Prozent unerwartet gering nach, obwohl es im Vorfeld vermehrt Berichte über Fehler und Absatzprobleme bei der aktuellen Produktlinie "11i" gegeben hatte.