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Oracle enttäuscht trotz Gewinn- und Umsatzplus

19.03.2003
Oracle hat im dritten Quartal zwölf Prozent mehr Gewinn gemacht als ein Jahr zuvor. Das Geschäft mit Datenbanken und neuen Softwarelizenzen war aber um jeweils vier Prozent rückläufig.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Oracle hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres seinen Reingewinn um zwölf Prozent und den Umsatz moderat gesteigert, getragen vor allem von Upgrades bei Bestandskunden. Allerdings gingen sowohl das Geschäft mit Neulizenzen als auch die Einnahmen aus dem Datenbankgeschäft um jeweils vier Prozent zurück. Außerdem gab Finanzchef Jeff Henley einen verhaltenen Ausblick ab, unter anderem wegen des drohenden Krieges gegen den Irak.

Für das Ende Februar abgeschlossene Vierteljahr wies Oracle gestern nach US-Börsenschluss einen Nettprofit von 571,3 Millionen Dollar oder elf Cent pro Aktie aus im Vergleich zu 508 Millionen Dollar oder neun Cent je Anteilschein im Vorjahreszeitraum. Der aktuelle Gewinn lag um einen Cent über der eigenen Prognose von neun bis zehn Cent Gewinn pro Aktie. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich von 2,25 Milliarden Dollar um zwei Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Das Wachstum traf damit genau die Mitte der Prognose von null bis vier Prozent.

Die Einnahmen profitierten vor allem von einem 16-prozentige Plus im Bestandskunden-Geschäft mit Lizenz-Updates und Produkt-Support. Der Umsatz mit neuen Softwarelizenzen allerdings fiel von 777 Millionen Dollar im Berichtszeitraum des Vorjahres auf aktuell 743 Millionen Dollar. Um fünf Prozent gingen die Einnahmen mit der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware Oracle Applications zurück. Branchenkenner werten dies als Hinweis darauf, dass der kürzliche Umbau des Vertriebs noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Anders als im Vorjahr war auch das Kerngeschäft mit Datenbanken gegenüber dem Vorquartal rückläufig. Die operative Marge blieb mit 34,5 Prozent nach 34,6 Prozent im Vorjahresquartal nahezu unverändert.

CFO (Chief Financial Officer) Henley hielt sich mit seiner Prognose eher bedeckt. "Kapitalentscheidungen leiden im allgemeinen, wenn die Unsicherheiten zunehmen", so Henley. Davon gebe es derzeit einige auf der Welt, was sich auf das Geschäft in den betroffenen Regionen negativ auswirke. Der Forecast für das vierte Quartal fiel daher reichlich unspezifisch aus: Der Umsatz soll sechs Prozent unter bis zwei Prozent über dem des dritten Quartals liegen, das Geschäft mit Neulizenzen 15 Prozent fallen bis fünf Prozent steigen und der Gewinn pro Aktie bei zwölf bis 15 Cent liegen.

Zum Fixing an der Nasdaq schloss die Oracle-Aktie gestern vor Bekanntgabe der Zahlen um zehn Cent leichter bei 12,25 Dollar. Im nachbörslichen Handel gab der Kurs auf 11,48 Dollar nach. (tc)