SOA, Middleware, Java-Tools

Oracle enthüllt Produktstrategie für Bea Systems

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Nach der milliardenschweren Übernahme von Bea erläutert Oracle, wie es mit den sich teilweise überlappenden Produktlinien weitergehen soll.

Für Bea-Kunden hatte Oracle-President eine gute Nachricht in petto: Der Application Server "WebLogic" diene dem Softwarekonzern künftig als "strategischer J2EE-Server". Damit dürften alle Anwender aufatmen, die das einstige Flaggschiffprodukt von Bea Systems als Ablaufumgebung im Backend einsetzen. Oracle hat WebLogic den Angaben zufolge mit der hauseigenen Persistenztechnik TopLink und dem Grid-System Coherence integriert. Die Roadmap für Bea-Produkte enthüllte der Softwarekonzern gestern in einem 105-minütigen Webcast.

Nach einer monatelangen Abwehrschlacht hatte Oracle Bea Systems am Ende für rund 8.5 Milliarden Dollar übernommen. Die Transaktion wurde im April abgeschlossen. "Es wird keinerlei erzwungene Produktmigrationen geben", versprach Phillips nun den zahlreichen besorgten Kunden. Oracle steige mit Bea zur Nummer eins im Middleware-Markt auf und könne vor allem im Bereich SOA Synergien erzielen: "Wir wollen eine komplette Plattform für das Entwickeln und Einführen von SOA-basierenden Anwendungen bereitstellen."

Die Roadmap für das gemeinsame Portfolio unterteilt die Bea-Produkte in drei Kategorien:

  • Strategische Produkte, die sofort und nur mit geringen Änderungen in Oracles Middleware-Plattform "Fusion" eingebaut werden sollen.

  • Weitergeführte und konvergierte Produkte, die von Bea stammen und nach einem Redesign schrittweise in die Fusion-Plattform integriert werden. Diese Produkte will Oracle weiterentwickeln und die Wartung für mindestens neun Jahre sicherstellen.

  • Gewartete Produkte, deren Auslaufen schon das Bea-Management beschlossen hatte, sollen für weitere fünf Jahre unterstützt werden. In diese Gruppe fällt beispielsweise Beas Application Framework Beehive.

SOA, ESB und Governance

Trotz der Festlegung auf WebLogic werde Oracle den eigenen Application Server weiterentwickeln, erläuterte Thomas Kurian, Chef von Oracles Middleware-Sparte. Ähnlich sieht die Strategie in Sachen Enterprise Service Bus (ESB) aus. Beas AquaLogic Service Bus und der Oracle ESB würden zwar integriert, so der Manager. Doch Kunden könnten im Rahmen einer Best-of-Breed-Strategie zwischen beiden Produkten wählen. Dagegen erklärte er Beas AquaLogic Enterprise Service Repository zum SOA-Governance-Repository der Wahl. SOA-Artefakte ließen sich damit über den gesamten Lebenszyklus verwalten, gemeinsam nutzen und pflegen. Die Oracle-eigene Service-Registry diene demgegenüber nur als UDDI-konforme Registry für das Registrieren und Publizieren von Services.

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