Wettbewerber wollen vertrauliche Daten schützen

Oracle darf Akten der Konkurrenz einsehen

26.03.2004
MÜNCHEN (CW) - Um seine Klage gegen Oracle zu stützen, hat das US-amerikanische Justizministerium Informationen von Kunden, Partnern sowie Wettbewerbern angefordert. Der zuständige Richter gestattete nun den Oracle-Vertretern, Einblick in das Beweismaterial der Gegenseite zu nehmen.

Das US-Justizministerium versucht derzeit, zusammen mit Staatsanwälten aus verschiedenen Bundesstaaten die von Oracle angestrebte feindliche Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft per Gerichtsbeschluss zu stoppen. Darum haben die Anwälte vertrauliche Informationen von Wettbewerbern wie SAP und Microsoft angefordert. Diese Akten dürfe aber auch Oracle einsehen, entschied der für das Verfahren zuständige Bezirksrichter Vaughn Walker. Der Datenbankspezialist sei sonst nicht in der Lage, sich zu verteidigen.

Das Material enthalte jedoch vertrauliche Informationen der Oracle-Konkurrenten, warnen deren Anwälte. Dazu gehörten beispielsweise Überlegungen zu Preisen und laufenden Ausschreibungen. Sollte Oracle in den Besitz dieser Daten gelangen, könne sich das Unternehmen damit einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschaffen. Einzelne Firmen forderten deshalb bereits, Oracle den Zugang zu dem Material zu verwehren. Dieses Ansinnen wies Richter Walker allerdings zurück. (ba)