Beraterhonorare

Oracle-Consultants sahnen ab

08.02.2012
Welche Tagessätze IT-Berater erzielen, hängt auch von der Plattform ab, auf die sie sich spezialisiert haben. Das zeigt eine Analyse der Beraterhonorare durch die Marktforscher von PAC.

Wer im SAP-Umfeld als Berater unterwegs ist, gehört nicht nur zu den am stärksten umworbenen Kandidaten auf dem IT-Arbeitsmarkt, sondern auch zu den teuersten. Das zeigt eine Untersuchung von Pierre Audoin Consultants (PAC).

SAP-Berater dürfen sich weiterhin über Spitzenlöhne freuen.
SAP-Berater dürfen sich weiterhin über Spitzenlöhne freuen.
Foto: fotolia.com/Kovalenko

So liegt der Tagessatz eines SAP-Beraters im Mittel bei 990 Euro und damit über dem Durchschnitt. Dieses hohe Preisniveau führen die Analysten darauf zurück, dass SAP in deutschen Unternehmen stark repräsentiert ist und im Umfeld der Software viele innovative Projekte umgesetzt werden. Oft werde SAP-Software schon im Rahmen von Pilotprojekten frühzeitig eingeführt, obwohl sie für den allgemeinen Markt noch nicht freigegeben sei. Davon könnten erfahrene SAP-Berater finanziell profitieren.

Microsoft-Beratung ist billiger: Oracle- und SAP-Consultants streichen deutlich höhere Honorare ein als beispielsweise Microsoft-Profis. Angaben in Euro; *Preise pro Acht-Stunden-Tag ohne Nebenkosten; Quelle: PAC
Microsoft-Beratung ist billiger: Oracle- und SAP-Consultants streichen deutlich höhere Honorare ein als beispielsweise Microsoft-Profis. Angaben in Euro; *Preise pro Acht-Stunden-Tag ohne Nebenkosten; Quelle: PAC

Einen überdurchschnittlichen Tagessatz von 1000 Euro am Tag können ebenfalls spezialisierte Oracle-Berater in Rechnung stellen. In dem Fall ist den Analysten zufolge der Grund die geringe Verbreitung von Oracle-Applikationen: Weil diese in Deutschland noch kaum eingesetzt würden, gebe es auch nur wenige Berater, die sich darauf spezialisiert hätten. Die vorhandenen Ressourcen seien daher rar und teuer.

Preise unter Druck

Berater, die im IBM-Großrechner-Umfeld unterwegs sind, bewegen sich mit einem Tagessatz von 960 Euro genau im Mittelfeld. Laut PAC wirken auf diesen Markt gegenläufige Kräfte ein. Einerseits laufen auf Mainframes viele Banken-Kernanwendungen, die den Beratungsmarkt beflügeln. Nach Branchen betrachtet sind es die Banken, in denen die Berater die höchsten Tagessätze erhalten. Andererseits gibt es viele Alt-Anwendungen auf Großrechnern. Hier wird nur begrenzt in Innovationen und externe IT-Berater investiert.

Unterdurchschnittlich ist der Tagessatz eines auf Microsoft spezialisierten Beraters. Da die Software vor allem im Mittelstand vertreten ist und dort weniger Komplexität herrscht als in Konzernen, spiegelt sich das in den Tagessätzen wider.

Generell machen die PAC-Analysten einen anhaltenden Offshoring-Trend aus: Je einfacher sich eine Leistung in Billiglohnländer verlagern lässt, desto größer ist der Preisdruck auf die Beraterhonorare. Das betrifft vor allem die Themen Entwicklung, Testen und Applikations-Management - egal auf welcher Softwareplattform.

Serie, Teil 3: Beraterhonorare

Gestützt auf die "Preisdatenbank IT-Services 2011/12" von Pierre Audoin Consultants (PAC) präsentiert die COMPUTERWOCHE ihren Lesern durchschnittliche Honorarsätze für IT-Berater. Die Analysten halten mehr als 10.000 validierte Referenzpreise vor und berücksichtigen dabei Hierarchie-Levels, Servicekategorien, Plattform-Know-how, Branchenwissen sowie Lösungskategorien. Vergleichen Sie Ihre Sourcing-Konditionen mit dem Marktdurchschnitt! Es lohnt sich! Unter http://bit.ly/x7Izwp finden Sie die Preisdatenbank.