Nachfolger Mark Hurd und Safra Catz

Oracle-Chef Ellison tritt als CEO zurück

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Der CEO des US-Software-Konzerns Oracle, Larry Ellison, mittlerweile 70 Jahre alt, gibt sein Amt ab. Der Gründer des SAP-Wettbewerbers wird künftig dem Verwaltungsrat vorstehen, wie das Unternehmen mitteilte.
Der streitbare Oracle-CEO Larry Ellison hört auf.
Der streitbare Oracle-CEO Larry Ellison hört auf.
Foto: IDGNS

Der Verwaltungsrat von Oracle hat in einem internen Memo den Rücktritt des Unternehmensgründers Larry Ellison nach 35jähriger Amtszeit bekanntgegeben. Ellison (70) hatte Oracle im Jahr 1977 gegründet und zum zweitgrößten Softwarehaus der Welt ausgebaut. Er war bisher der einzige CEO von Oracle und wird im "Forbes"-Ranking der reichsten Menschen mit einem Vermögen von 51,4 Milliarden Dollar an Platz fünf geführt.

Die bisherigen Presidents Mark Hurd und Safra Catz sollen den Chefposten übernehmen. Beide hatten seit dem Eintritt von Hurd ins Unternehmen im Jahr 2010 gemeinsam die Stellvertreter-Rolle innergehabt. "Safra und Mark werden ab sofort an den Verwaltungsrat berichten anstatt an mich", teilte Ellison mit. "Alle andere Berichtswege bleiben unverändert. Wir drei haben in den vergangenen Jahren gut zusammengearbeitet und planen das auch weiterhin zu tun. Dieses Management-Team in dieser Form zu erhalten, war immer eine Toppriorität von mir", so der bisherige Chef. Die Aufgabenverteilung sieht der offiziellen Verlautbarung nach also auch weiterhin so aus: Catz verantwortet Produktion, Finance und Legal, Hurd leitet Sales, Service und die Global Business Units.

Ellisons steile Karriere war nicht unbedingt vorgezeichnet. Er war als uneheliches Kind einer jüdischen Mutter in New York City geboren und dann als Baby von einer Tante und einem Onkel adoptiert worden. Wie der "Guardian" berichtet, hat Ellison seine leibliche Mutter erstmals mit 48 Jahren kennengelernt. Er studierte an der Universität in Chikago, wo er erstmals mit Computern in Berührung kam, und wechselt dann nach Kalifornien. Im Silicon Valley wird Ellison als einer der großen Visionäre gefeiert, ähnlich wie Bill Gates und Steve Jobs.

Gleichzeitig ist Ellison für seinen exzentrischen Lebenstil bekannt. Der passionierte Segler steckte Hunderte Millionen Dollar in diese Leidenschaft und verfolgte dabei immer vor allem zwei Ziele: möglichst oft den America's Cup zu gewinnen und schneller zu sein als sein deutscher Kollege, der SAP-Mitgründer Hasso Plattner. Schlagzeilen machte auch der Kauf der sechstgrößten hawaianischen Insel Lanai, die sich der Oracle-Gründer rund 600 Millionen Dollar kosten ließ.

Geschäfte laufen etwas zäh

Ellison besitzt immer noch rund 25 Prozent der Oracle-Anteile, was derzeit etwa einem Wert von 45,7 Milliarden Dollar entspricht. Der aktuelle Finanzbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2015 (bis Ende August), den Oracle ebenfalls gestern veröffentlichte, weist einen im Jahresvergleich leicht gestiegenen Umsatz von drei Prozent aus. Er betrug 8,6 Milliarden Dollar (6,7 Mrd Euro) und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn trat mit 2,2 Milliarden Dollar auf der Stelle. Das Unternehmen kündigte Aktienrückkäufe über 13 Milliarden Dollar an. (sh/dpa)