Larry Ellison

Oracle bleibt nach Sun-Kauf im Hardwaregeschäft

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Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison hat erklärt, seine Firma wolle nach Abschluss der Übernahme von Sun Microsystems im Hardwaregeschäft bleiben. Bislang ist Oracle eine reine Softwarefirma.

"Wir werden definitiv nicht aus dem Hardwaregeschäft aussteigen", erklärte Ellison in einem E-Mail-Interview mit Reuters, dessen Abschrift Oracle inzwischen bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) veröffentlicht hat. Das bezieht sich offenbar nicht nur auf Suns Server (auf den auch gern mal Oracles Datenbank läuft), sondern auch auf Segmente wie Storage, Bandbibliotheken oder Chipdesign.

Oracle hat sich seit langem auf eine Verbesserung seiner Margen fokussiert, und Hardware ist typischerweise deutlich weniger profitabel als Software. Ellison sagte zu Reuters, Hersteller, die wie Apple und Cisco ihre Hardware mit Software kombinierten, könnten aber dafür auch mehr Geld verlangen, weil die Systeme besser zusammenspielten. "Wenn eine Firma sowohl die Hard- als auch die Software entwirft, kann sie viel bessere Systeme entwickeln, als wenn sie nur die Software designen würde", so Ellison. "Darum ist das iPhone von Apple so viel besser als Microsoft-Handys."

Oracle-Chef Lawrence 'Larry' Ellison
Oracle-Chef Lawrence 'Larry' Ellison

Als künftiger Besitzer eines Hardware-Business und speziell von Suns Sparc-Architektur in Kombination mit dem Betriebssystem Solaris könne Oracle sehr viel besser die Vorherrschaft von IBM im Rechenzentrum angreifen. "Wir können künftig genauso wie IBM und andere große Systemlieferanten neue Features vom Silizium bis zur Software planen und abgleichen", so Ellison weiter. "Sun war sehr lange sehr erfolgreich damit, Server auf Basis des Sparc-Chips und des Solaris-Betriebssystems zu verkaufen. Wir glauben, dass sie das mit der zusätzlichen Power integrierter Oracle-Software auch künftig wieder sein können."

Bei der Expansion des Hardwaregeschäfts gebe es allerdings auch natürliche Grenzen, räumt der Oracle-Chef gegen Ende des Gesprächs ein - etwa die enge Beziehung von Oracle zu Hewlett-Packard, mit dem es gemeinsam das "Exadata"-System für Data Warehousing entwickelt hat, bei dem Oracles Software auf Hardware von HP läuft. Es gebe daher auch keinerlei Pläne, Exadata auf Sparc/Solaris umzusetzen und damit die Partnerschaft mit HP aufs Spiel zu setzen.