Mehr Raum für Patches

Oracle ändert die Java-Versionierung

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Mit einem neuen Nummerierungsverfahren für Java-SE-Versionen will Oracle Platz für ungeplante Patches schaffen.
Foto: Oracle

Bisher hatte Oracle für das Java Development Kit (JDK) von Java SE (Standard Edition) planmäßig Updates veröffentlicht, deren Termine vorab angekündigt waren. So gab es beispielsweise drei Mal jährlich ein "Critical Patch Update" (CPU), auf dass sich Admins in Unternehmen - die normalerweise einige Zeit für das Testen von Patches brauchen, bevor sie diese dann ausrollen - einstellen konnten.

Zuletzt waren aber immer öfter kritische Sicherheitslücken in Java aufgetaucht, die Oracle zu außerplanmäßigen Notfall-Patches zwangen. Das kam so häufig vor, dass Oracle für solche Quick Fixes zu Versionsnummern greifen musste, die eigentlich für später geplante CPUs gedacht waren. Diesen musste Oracle dann wiederum neue Nummern zuteilen.

Das neue Verfahren soll derartige Verwirrungen zukünftig vermeiden. Jedes Update besteht auch künftig aus der Major-Version des JDK, gefolgt von einem kleinen "u" und dann der aktuellen Updatenummer - das aktuelle JDK trägt beispielsweise die Versionsnummer 7u21.

Traditionell gab es für Limited Update Patches (solche mit neuen Features und nicht sicherheitsrelevanten Fixes) gerade und für CPUs ungerade Updatenummern. Das bleibt laut Branchendienst "The Register" auch künftig so. Limited Updates gibt es künftig aber nur noch als Vielfache von 20; das nächste Limited Update wird also 7u40, danach kommt 7u60 und so weiter. Zwischen den Feature-Updates bekommen die CPUs Updatenummern als Vielfaches von 5, das auf die letzte Limited-Updatenummer addiert wird. Das nächste CPU wäre also 7u25, gefolgt von 7u30 und 7u35.

Alle Zahlen dazwischen stehen künftig gegebenenfalls für Security Alerts und Support-Releases außer der Reihe zur Verfügung, ohne dass man spätere Releases neu benamsen müsste - sie erhalten die nächste freie Updatenummer, die kein Vielfaches von 5 oder 20 ist. Ob das nun weniger verwirrend ist als zuvor, müssen die betroffenen Admins entscheiden.