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Optionsskandal: Tech-Firmen droht Delisting von der Börse

11.08.2006
Juniper, McAfee und Rambus müssen einen oder mehrere Quartalsabschlüsse neu berechnen.

Anleger der Unternehmen Juniper Networks, Rambus und McAfee müssen damit rechnen, dass die Aktien der IT-Anbieter vom Kurszettel gestrichen werden. Hintergrund sind die falsch terminierten Aktienoptionen, mit denen Manager einen finanziellen Vorteil entweder für sich oder für Mitarbeiter geschaffen haben sollen. Derzeit sind rund 80 Unternehmen in den USA in den Skandal verwickelt, darunter auch eine Vielzahl von IT-Companies.

Die drei Anbieter haben nun bestätigt, dass sie ihre Berichte zum zweiten Quartal später als geplant an die US-Börsenaufsicht SEC übermitteln werden. Die laufenden Untersuchungen der Verbuchungspraktiken von Aktienoptionen seien noch nicht abgeschlossen. Laut McAfee ist es gut möglich, dass mindestens ein Quartal neu berechnet werden muss. Juniper räumte zum ersten Mal ein, dass Berichtszeiträume bis zum Jahr 2003 überprüft werden. Vom Chipdesigner Rambus verlautete ähnliches.

Keines der drei Unternehmen hat bislang eine Delisting-Notiz von der Börse erhalten. Noch ist zudem nicht sicher, ob die Datierungspraktiken der Optionen grundsätzlich illegal sind. Zumindest gelten sie bei einigen involvierten Kreisen als unethisch. Die SEC stößt sich allerdings konkret daran, dass die Optionen häufig im falschen Quartal verbucht beziehungsweise verheimlicht worden sind. Wenn die Quartalsberichte nicht fristgerecht an die SEC gemeldet werden, zieht die Börse nach einer gewissen Zeitspanne, die auf Antrag verlängert werden kann, ihre Konsequenzen. Aktien der Unternehmen sind dann nur noch im Tafelgeschäft (over the counter) handelbar.

Betroffen hiervon war Mercury Interactive. Das Unternehmen war zu Beginn des Jahres vom Kurszettel gestrichen worden. Inzwischen hat Hewlett-Packard (HP) zugeschlagen und das Softwarehaus geschluckt. Bei Brocade hingegen waren drei Top-Manager gefeuert worden; sie sehen sich zudem mit Klagen konfrontiert. (ajf)