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Opticom und Intel basteln an Plastikspeicher

12.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Forschungsprojekt, an dem Intel nicht unwesentlich beteiligt ist, hat nach eigenen Angaben den ersten nicht volatilen 1 Gbit-Speicherchip aus Plastikfilm hergestellt. Dessen Schreib-Lese-Zyklus arbeitet laut Hersteller Opticom ASA aus Norwegen, genauer dessen Tochter Thin Film Electronics (TFE) mit Sitz im schwedischen Linköping, zehnmal schneller als herkömmlicher Flash-Speicher. Gleichzeitig soll der Stromverbrauch zwischen fünf und 60 Milliwatt und damit deutlich unter dem vergleichbarer Solid-State-Chips liegen. Bis zum kommenden Juni will Intel gemeinsam mit den Skandinaviern erste Prototypen entsprechender Speichermodule bauen und anschließend entscheiden, ob und wie sich diese kommerziell fertigen lassen.

TFE hat bereits drei Chip-Prototypen fertig. Zwei davon sind Hybrid-Designs, bei denen herkömmliche Silizium-Transistoren den eigentlichen organischen Speicherfilm mit weiteren Dünnfilmtransistoren steuern. Intel war davon so angetan, dass sich der Konzern mit sechs Prozent eingekauft und eine Option auf weitere sieben Prozent erworben hat. Falls die neue Technik ein Erfolg wird, wollen Opticom und die Kalifornier ihr Joint Venture im kommenden Jahr an die Börse bringen.

Besonders interessant an der Dünnfilmtechnik ist ihre Eignung für 3D-Speicher, bei dem sich laut Opticom mehrere tausend Speicherschichten in der Bauhöhe eines normalen Mikrochips "stapeln" lassen.